01. Dezember 2017

Lückenschluss St. Pölten – Loosdorf feierlich eröffnet

Das Signal zeigt grünes Licht, die Strecke ist offiziell freigegeben: Mit einem symbolischen Festakt wurde der Lückenschluss zwischen St. Pölten und Loosdorf am Freitag feierlich in Betrieb genommen. Die als Güterzugumfahrung St. Pölten bekannte Strecke vollendet damit den viergleisigen Ausbau der Weststrecke zwischen Wien und Linz Kleinmünchen.

Seit Mai wurde die Strecke in einer umfassenden Inbetriebnahmephase auf Herz und Nieren geprüft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult. Auf 24,7 Kilometern Länge werden die Züge künftig 23 Brückenobjekte überqueren und drei Tunnel passieren. „Die Strecke fügt sich als Lückenschluss in den viergleisigen Ausbau der Weststrecke ein. Das schafft die Voraussetzung für höhere Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr, sowie für ein besseres Angebot im Nahverkehr. Beides sind Grundlagen für höhere Qualität und kürzere Reisezeit“, so Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG anlässlich der Eröffnung.

Obwohl die Strecke vor allem als Güterzugumfahrung St. Pölten bekannt ist, hat sie – als Teil des viergleisigen Ausbaus der Weststrecke – auch große nationale und internationale Bedeutung. Landesrat Franz Schnabl in Vertretung für Infrastrukturminister Jörg Leichtfried: „Leistungsfähige Schieneninfrastruktur hält Österreich im europäischen und im internationalen Vergleich konkurrenzfähig. Eine Investition, von der noch viele Generationen profitieren werden.“

Als Teil des Rhein-Donau-Korridors ist die Weststrecke, und damit auch der Lückenschluss St. Pölten – Loosdorf, in ein europäisches Netz der Schienenstränge eingeflochten. Aus diesem Grund wurde die Errichtung der Strecke auch von der Europäischen Union kofinanziert. Die Bedeutung dieser Netze betonte Andreas Boschen, Abteilungsleiter in der Exekutivagentur für Innovation und Netze (INEA) in der Europäischen Kommission anlässlich der Eröffnung: „Die EU investiert gezielt in Infrastrukturprojekte von hoher Bedeutung für die Europäischen Verkehrsnetze. Der Ausbau der Weststrecke stellt die Weichen für einen nachhaltigen und effizienten grenzüberschreitenden Verkehr entlang des Rhein-Donau Korridors.“

Ergänzend dazu sieht die Niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor allem die positiven Auswirkungen der Inbetriebnahme auf die Region: „Wenn durch die freiwerdenden Kapazitäten ein größeres Angebot für die Pendlerinnen und Pendler entsteht, stärkt das den Standort Niederösterreich in vielen Bereichen wesentlich“, so die Landeshauptfrau.

Ganz unmittelbar von der Inbetriebnahme werden jedoch die Bewohnerinnen und Bewohner der niederösterreichischen Landeshauptstadt profitieren, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler: „Durch das Projekt wird St. Pölten deutlich vom Güter- und Durchzugsverkehr entlastet. Das bringt eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Anrainerinnen und Anrainer im Stadtzentrum und es steht damit einem weiteren Ausbau der Verbindungen in die Landeshauptstadt, vor allem was den Nahverkehr betrifft, nichts mehr im Wege.“

Ab dem Fahrplanwechsel 2017/18 werden die ersten Züge die Strecke passieren. Damit wird der Knotenbahnhof St. Pölten mit seinem beachtlichen Verkehrsaufkommen entlastet, was neue Kapazitäten für ein attraktives Angebot im Personenverkehr schafft.

Lückenschluss St. Pölten – Loosdorf

Das Projekt wurde als zweigleisige Hochleistungsstrecke geplant. Die Anbindung an die Bestandstrecke und an die Neubaustrecke Wien – St.Pölten erfolgt im Osten im Knoten Wagram. Im Westen wird die Trasse im Knoten Rohr wieder mit der bestehenden Weststrecke verknüpft. Die Trasse wurde großteils entlang bereits bestehender Verkehrsinfrastruktur, der Schnellstraße S33 und der Westautobahn A1, errichtet. Mit der Inbetriebnahme im Dezember 2017 ist ein großer Meilenstein, der viergleisige Ausbau Wien – Linz Kleinmünchen abgeschlossen.

Broschüre Lückenschluss St. Pölten – Loosdorf.pdf

Rückfragehinweis für Medien

Christopher Seif

DI Christopher Seif

Pressesprecher Wien, Niederösterreich, Burgenland

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