14. Juni 2018

ÖBB: Intelligenter Güterzug geht in die nächste Runde

Innovationspartnerschaft zwischen RCG, SBB Cargo und PJM; Mercitalia Rail als neuer Partner mit an Bord

Die Innovationspartnerschaft der Rail Cargo Group, SBB Cargo, und dem Messtechnik-Unternehmen PJM zum intelligenten Güterzug wächst. Als zusätzlicher Partner im Verbund hat nun Mercitalia Rail die Arbeit aufgenommen. Dazu wurde ein Memorandum of Understanding (MoU) für die gemeinsame Zusammenarbeit unterzeichnet. Fokus ist es, einen Standard für die Kommunikation im Zug zu entwickeln und diesen Standard in verschiedenen intelligenten Anwendungen europaweit zu nutzen.

Investition in Sicherheit und Zukunft

Aktuell werden Bremsproben manuell durchgeführt. So müssen die Bremsen bei jedem neu formierten Zug vor der Abfahrt von einem Mitarbeiter direkt am Wagen auf ihre Funktionalität überprüft werden. Dies soll zukünftig unter dem Aspekt der Sicherheitsrelevanz – vor allem in Hinblick auf den Rangierbetrieb und die Sicherheit im Gleisbereich – automatisch erfolgen.

Für die Systementwicklung der automatischen Bremsprobe wird dabei ein Verfahren verwendet, das die behördliche Anerkennung für Eisenbahnverkehrsunternehmen in weiteren Länder ermöglicht. Damit können auch andere Bahnen das System und die automatische Bremsprobe einführen. Ziel ist die Effizienzsteigerung des Güterverkehrs, die Senkung der Produktionskosten und damit eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.

Innovationsgemeinschaft wächst

Die gemeinsame und länderübergreifende Entwicklung von Produkten ist im Schienengüterverkehr sinnvoll, da die Anwendungen von Beginn weg über die Ländergrenzen getestet werden können. So wird die Antragsstellung zur behördlichen Zulassung in Europa beschleunigt.

Nun schließt sich auch Mercitalia Rail der Innovationspartnerschaft an. Dadurch wird der intelligente Güterzug in der Schweiz, Österreich und in Italien getestet. Der erste Pilotzug ist bereits seit August 2017 in der Schweiz unterwegs, die Testphase in Österreich startete im April 2018 – Italien folgt. Basis dabei ist die Hardwarelösung von PJM.

Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten

Im Rahmen der Digitalisierung im Schienengüterverkehr legt die Rail Cargo Group den Schwerpunkt in der Standardisierung und Automatisierung der Betriebs- und Produktionsprozesse um eine signifikante Erhöhung des Kundennutzens sowie eine Optimierung der Verwendung und Instandhaltung von Güterwagen zu erreichen. Ziel der zu entwickelnden Systemlösung ist es, diese künftig als de-facto Standard einzusetzen.

Abseits von der Erfüllung von Kundenanforderungen wird an der Technologie im Bereich Betrieb und Produktion, Instandhaltung, Normen und Sicherheit sowie Wagenverwendung gearbeitet. Sensorik-Lösungen erlauben es dabei, Verbesserungen hinsichtlich Qualität, Sicherheit, Kosten, Schnelligkeit und Flexibilität zu erzielen.

Rail Cargo Group: Güterverkehr der ÖBB

Die Rail Cargo Group ist mit rund 2,2 Mrd. EUR Umsatz jährlich und rund 8.700 MitarbeiterInnen eines der führenden Bahnlogistikunternehmen Europas. Ausgehend von den Heimmärkten Österreich und Ungarn bietet die Rail Cargo Group maßgeschneiderte Bahnlogistiklösungen zwischen Nordsee, Schwarzem Meer und Mittelmeer und sorgt für sicheren, umweltfreundlichen und zuverlässigen Transport auf der Schiene. Operative Leitgesellschaft der Rail Cargo Group ist die Rail Cargo Austria AG.

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Presseprecher Mag. Bernhard Rieder

Mag. Bernhard Rieder

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Als umfassender Mobilitätsdienstleister bringt der ÖBB-Konzern jährlich 459 Millionen Fahrgäste und 115 Mio. Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2017 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Konzernweit sorgen 41.107 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus (zusätzlich rund 1.900 Lehrlinge) dafür, dass täglich rund 1,3 Mio. Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.