27. November 2019

Letzter Schrankenwärter zwischen Wien und Bregenz sagt Servus

Die ÖBB investieren laufend in die Modernisierung ihrer Bahnanlagen. Auch die Bahnschranken in Imsterberg wurden automatisiert. Mit der Verabschiedung des letzten Schrankenwärters an der ÖBB-Haltestelle Imsterberg endet am 29. November auf der Weststrecke eine Ära.

Allein im heurigen Jahr haben die ÖBB im Tiroler Oberland bereits mehrere Millionen Euro in die Modernisierung der Bahninfrastruktur investiert. Von Jahr zu Jahr fahren zusätzliche Züge, das Angebot für Pendler und Fernreisende wird laufend verbessert und ausgeweitet. Und auch die Effizienz der Betriebsabläufe muss mit der Nachfrage Schritt halten. Digitalisierung und Automatisierung helfen bei der Bewältigung der steigenden Anforderungen an den Bahnbetrieb. Dabei bleiben Sicherheit, Pünktlichkeit und der Komfort der Bahnkunden oberste Priorität.

Arbeiten fanden bei laufendem Betrieb statt

Seit Mitte 2018 haben die ÖBB an der Modernisierung der Haltestelle Imsterberg gearbeitet. Der Bahnsteig wurde teilweise verlegt und in seiner Höhenlage so ausgeführt, dass nun alle Züge barrierefrei erreichbar sind. Gibt es eine kurze Wartezeit am Bahnsteig, so bietet ein neues Wartehäuschen Schutz vor Wind und Wetter. Auch wenn es die Bahnkunden nicht bemerken, Teil der Bauarbeiten war unter anderem die Modernisierung der Bahntechnik vor Ort. Besondere Herausforderung war beim Umbau der Haltestelle Imsterberg, dass alle Arbeiten „unter dem rollenden Rad“ stattgefunden haben. Projektleiter Christoph Lindner, ÖBB Infrastruktur AG: „Viele Arbeiten konnten wir nur in den Pausen zwischen den Zugfahrten sowie in der Nacht ausführen. Das heißt, in Zeitfenstern von je zehn bis 15 Minuten waren Arbeiter und Maschinen im Gleisbereich tätig.“ Dabei zollt Wieser seiner Mannschaft und den beauftragten Firmen Respekt: „Auf Grund der Umbauarbeiten ist in den vergangenen eineinhalb Jahren kein Zug ausgefallen“. Bürgermeister Alois Thurner, Gemeinde Imsterberg: „Durch die Erneuerung der ÖBB-Haltestelle ist ein wesentliches Element für eine umweltfreundliche Mobilität in unserer Gemeinde langfristig gesichert.“

Automatische Steuerung der Schranken

Mit Abschluss der Arbeiten in Imsterberg geht Ende November gleichzeitig eine Ära zu Ende. Nach 15 Jahren Dienst verlässt Stefan Melmer als letzter Schrankenwärter auf der Westbahn zwischen Wien und Bregenz seinen Dienstposten in Imsterberg. „Durch den Umbau in Imsterberg werden auch die letzten händisch zu öffnenden und schließenden Schranken auf der Weststrecke ersetzt und vom Fahrdienstleiter in Imst-Pitztal überwacht. Damit konnte die Anzahl der Eisenbahnkreuzungen von vier auf drei reduziert, sowie das Schließen und Öffnen der Schranken automatisiert werden, erklärt Wolfgang Bachler, Gebietsleiter Bludenz, ÖBB-Infrastruktur Betrieb. Auch hier steht natürlich der Kundennutzen im Vordergrund. „Der Schranken in Imsterberg funktioniert jetzt mit optimierten Sperrzeiten. Das heißt, er öffnet und schließt exakt so, dass die Wartezeiten für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden.“

Zahlen, Daten, Fakten zu den ÖBB-Bauarbeiten in Imsterberg

  • Neubau Bahnsteig
  • Ausrüstung der Haltestelle mit optischen und akustischen Informationsanlagen und Beleuchtung
  • Neubau der Blocksignale (vier Signale) Abtrag der alten Anlage (vier Signale)
  • Neubau von 3 Eisenbahnkreuzungssicherungsanlagen inkl. Auflassung einer Eisenbahnkreuzung (EK)
    • Alle EKs sind jetzt mit Lichtzeichen und Schranken gesichert
    • Zwei Schrankenantriebe je EK
    • Vier Lichtzeichen je EK
    • Ausrüstung mit elektronischen Läutewerk
    • Aufbau von zwei neuen EK-Schalthäusern und einem SFE-Schalthaus (Schalthaus für die Fachdienste Leit- und Sicherungstechnik, ET-50Hz sowie Telematik)
  • Verlegung von rund 30.600 m Kabel
  • Umbau des Stellwerks im Bahnhof Imst-Pitztal
  • Ziel: Entfall des Block- und Schrankenwärters. Automatisiertes Schließen der EKs führt zu optimierten Sperrzeiten der EKs.

Video vom letzten Schrankenwärter: https://youtu.be/p_r9RXx2OPw (c) ÖBB

Rückfragehinweis für Medien

Christoph Gasser-Maier

Dr. Christoph Gasser-Mair

Pressesprecher Tirol, Vorarlberg

ÖBB-Holding AG
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6020 Innsbruck

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