28. November 2019

Neue Zeitrechnung im Vorarlberger Zugverkehr beginnt

Mit dem Spatenstich an der ÖBB-Haltestelle Hard-Fußach wurde heute der offizielle Startschuss für die Schlussetappe des nahverkehrsgerechten Ausbaus und der Attraktivierung des Abschnittes Lustenau – Lauterach gegeben.

Rasch, bequem und umweltfreundlich im 30-Minuten-Takt mit dem Zug von Vorarlberg in die benachbarte Schweiz und wieder retour fahren. Dieses gemeinsame Ziel der Verbesserung der Verbindung St. Margrethen – Lauterach verfolgen ÖBB (im Auftrag des BMVIT), das Land Vorarlberg und die Anrainergemeinden bereits seit über 15 Jahren. Jetzt befindet man sich mit dem letzten Abschnitt auf der Zielgeraden. Der Fokus liegt dabei auf der nahverkehrsgerechten Ausgestaltung der Verbindung, dem zweigleisigen Streckenausbau zwischen Hard und Lauterach sowie am Bau einer neuen barrierefreien Haltestelle Lauterach West sowie am zeitgemäßen Umbau der Haltestelle Hard-Fußach zu einer Mobilitätsdrehscheibe. Mit dem heutigen, symbolischen Spatenstich, an der ÖBB-Haltestelle Hard-Fußach haben Landtagspräsident Harald Sonderegger, Landesrat Johannes Rauch, Vorstandsdirektor Franz Bauer, ÖBB-Infrastruktur AG, Bürgermeister Harald Köhlmeier, Marktgemeinde Hard und Bürgermeister Elmar Rhomberg, Marktgemeinde Lauterach, die Signale für den Start der Hauptarbeiten auf grün gestellt. Insgesamt werden in das Projekt (inkl. Planung) rund 90 Mio. Euro investiert.

Hauptarbeiten für den letzten Streckenabschnitt starten

In einem ersten Projektabschnitt wurde in den Jahren 2010 bis 2013 die Rheinbrücke neu errichtet und der Hochwasserschutz zeitgemäß modernisiert. Im Anschluss an diesen wichtigen Abschnitt haben die ÖBB, gemeinsam mit dem Land Vorarlberg und der Marktgemeinde Lustenau, den Lärmschutz an der Bestandsstrecke von der neuen Rheinbrücke bis zum Ende des Bahnhofs Lustenau angepasst. In der Zwischenzeit sind die Umbauarbeiten für den neuen Bahnhof Lustenau bereits weitestgehend abgeschlossen. Heute wird offiziell mit den Hauptarbeiten für den letzten Teilabschnitt des Streckenausbaus St. Margrethen – Lauterach, des rund sechseinhalb Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Bf. Lustenau und Lauterach begonnen. Durch die nahverkehrsgerechte Ausgestaltung und den zweigleisigen Ausbau zwischen Hard und Lauterach wird künftig ein zeitgemäßes Mobilitätsangebot im grenzüberschreitenden Nahverkehr sichergestellt.

Neue moderne und barrierefreie Haltestellen

Mit dem Umbau der Haltestelle Hard-Fußach in eine moderne, multifunktionale Mobilitätsdrehscheibe sowie der Errichtung der neuen Haltestelle Lauterach West wird die Barrierefreiheit an Vorarlbergs Bahnhöfen weiter ausgebaut. Neue Randbahnsteige mit je 160 Metern Länge entsprechen den aktuellen Bedürfnissen des Bahnverkehrs und sorgen für einen stufenlosen Einstieg in die Nahverkehrszüge. Die Bahnsteige beider Haltestellen sind künftig über neue Personenunterführungen mit zwei Liftanlagen barrierefrei erreichbar. Weiters werden die Haltestellen mit zeitgemäßen Informationsmonitoren und taktilen Leitsystemen für blinde und sehbehinderte Menschen ausgestattet.

An der Haltestelle Hard-Fußach werden 23 PKW-Stellplätze, drei Stellplätze für Kurzparker und zwei PKW-Stellplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität errichtet.

Weitere Baumaßnahmen

Als weitere Projektschritte erfolgen der Neubau des Bahn-Unterbaus für das zweite Gleis zwischen Hard und Lauterach (Gleisneulage auf der Nordseite) sowie die Errichtung der neuen Bahnsteige und Personentunnel mit Aufzügen in den beiden Haltestellen Hard-Fußach und Lauterach-West.

ÖBB ersuchen um Verständnis für die Bauarbeiten

Die ÖBB sind bemüht, die Beeinträchtigungen für Anrainer und Reisende so gering wie möglich zu halten und zeitgerecht über die geplanten Arbeiten zu informieren. Bauvorhaben dieser Größenordnung gehen aber leider nicht ohne Streckensperren oder Nachtarbeiten vonstatten. Zudem kann es aufgrund der Arbeiten zu einem Anstieg des Lärmpegels und zu Staubentwicklung kommen. Die ÖBB bitten bereits im Vorfeld um Verständnis für die Arbeiten.

Weitere Bahnhöfe und Haltestellen werden barrierefrei

Bis 2025 werden österreichweit jedes Jahr rund 10 weitere Bahnhöfe barrierefrei gestaltet. Die nächsten Bahnhöfe und Haltestellen in Vorarlberg, die barrierefrei werden, sind eben die beiden Haltestellen Hard-Fußach und Lauterach West sowie die Haltestelle Altach (Start der Umbauarbeiten im Frühjahr 2020).

Wichtiger Meilenstein für den öffentlichen Verkehr in Vorarlberg

Die Projektpartner ÖBB, Land Vorarlberg sowie die Gemeinden arbeiten konstruktiv an der weiteren Ausweitung und Verbesserung der Nahverkehrsangebote. Durch die Modernisierung und den Ausbau wird ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Öffentlichen Verkehr in Vorarlberg umgesetzt, sind sich alle Partner einig:

Harald Sonderegger, Landtagspräsident: „Die Basis für einen attraktiven ÖPNV ist eine gut funktionierende und zeitgemäße Infrastruktur. Uns ist es ein Anliegen, das bestehende Mobilitätsangebot gemeinsam mit den ÖBB und den Gemeinden stetig zu verbessern, sodass die Menschen in Vorarlberg und auch die Umwelt profitieren. Durch den Ausbau der Bahnstrecke Lauterach – Lustenau sowie die neuen Mobilitätsdrehscheiben in Lauterach und Hard/Fußach erhält die Infrastruktur eine wichtige Aufwertung. Damit beginnt für das Bahnfahren im unteren Rheintal und auch grenzüberschreitend nach St. Margarethen eine neue Ära.“!“

Eva Hammerer, Landtagsabgeordnete: "Moderne Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheiben sowie ein gut ausgebautes Schienennetz sind wichtige Grundlagen für die Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs. Indem wir für ein möglichst attraktives Umfeld sorgen, machen wir den Umstieg zu umweltfreundlicher Mobilität leichter. In Zeiten Klimakrise ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs unabdingbar. Ohne Umstieg auf Bus-, Bahn, -und Rad können wir die Pariser Klimaziele niemals erreichen. Die Verbindung in die benachbarte Schweiz ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung.“

Franz Bauer, Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur AG: „Moderne, attraktive und kundenfreundliche Bahnhöfe sind gemeinsam mit einem gut ausgebauten Schienennetz der Schlüssel zum Umstieg auf unsere umweltfreundliche Bahn. Ich freue mich deswegen sehr, dass es uns nun – dank der guten Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg und den Gemeinden – gelungen ist, auch den letzten Meilenstein des Streckenausbaus St. Margrethen – Lauterach auf Schiene zu bringen. Durch das Projekt werden die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die S-Bahn auf dieser wichtigen Bahnverbindung im durchgehenden Halbstundentakt fahren kann.“

Harald Köhlmeier, Bürgermeister Marktgemeinde Hard: „Die Neugestaltung unseres Bahnhofsareals und der Ausbau der Bahnstrecke liegen uns seit Jahren sehr am Herzen. Es freut mich, dass nun mit der Realisierung begonnen werden konnte. Die Projekte stellen eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Infrastruktur und zur weiteren Förderung sanfter Mobilität in unserer Gemeinde dar. Gleichzeitig sind sie ein wichtiger Schritt in unserem Bestreben, das Bahnhofsareal mittelfristig zu einer Mobilitätsdrehscheibe für Hard zu machen.“

Elmar Rhomberg, Bürgermeister Marktgemeinde Lauterach: „Durch den Ausbau der Bahnstrecke Lauterach – Margrethen wird die Attraktivität der Bahn und das Angebot für die Bahnkunden deutlich gesteigert. Zukünftig ist es möglich, im 30-Minuten-Takt, umweltfreundlich mit dem Zug von Vorarlberg in die benachbarte Schweiz und im 2-Stunden-Takt von Zürich über Vorarlberg nach München zu reisen. Damit schaffen wir - gemeinsam mit der ÖBB und dem Land Vorarlberg - für unsere Bürgerinnen und Bürger einen neuen Standard im grenzüberschreitenden Personenverkehr.“

Zahlen, Daten, Fakten:

Start Vorarbeiten:Oktober 2019
Spatenstich:28. November 2019
Start Hauptbaumaßnahmen:November 2019
Gesamtfertigstellung:
  • voraussichtlich Ende 2021: Fertigstellung der wesentlichen Arbeiten und Inbetriebnahme der neuen Gleise des zweigleisigen Umbaus zwischen Lustenau und Lauterach
  • voraussichtlich bis Ende 2022: Inbetriebnahme der beiden Haltestellen Hard-Fußach und Lauterach West
  • voraussichtlich bis Ende 2023: Abschluss der Restarbeiten und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen
Projektpartner:ÖBB-Infrastruktur AG, Land Vorarlberg, Gemeinden
Gesamtinvestition:rund 90 Mio. Euro (inklusive Planung)

Rückfragehinweis für Medien

Christoph Gasser-Maier

Dr. Christoph Gasser-Mair

Pressesprecher Tirol, Vorarlberg

ÖBB-Holding AG
Südtiroler Platz 7
6020 Innsbruck

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Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 474 Millionen Fahrgäste und 113 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2018 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von rund zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem der Zukunft. Konzernweit 41.641 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlingen sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.