11.12.2019

Meilenstein - Tiroler ÖBB-Streckennetz zu 100 % unter Strom

Mit der Fertigstellung der Oberleitungsanlagen zwischen Reutte in Tirol und der Staatsgrenze bei Schönbichl werden alle 421 Kilometer des ÖBB-Streckennetzes in Tirol umweltfreundlich mit Bahnstrom betrieben. Die ÖBB-Infrastruktur AG investiert auch weiterhin kräftig in die Attraktivierung der Außerfernbahn.

Die ÖBB-Infrastruktur AG sorgt mit ihren Investitionen und Bauleistungen dafür, dass Züge auf dem über 4.800 Kilometer langen Streckennetz in Österreich sicher und pünktlich verkehren können. Neben wichtigen Neubauprojekten für die Zukunftsfähigkeit der Bahn stellt auch die Modernisierung bestehender Strecken wie der Außerfernbahn einen wichtigen Beitrag für einen funktionierenden Zugverkehr dar. Seit der Unterzeichnung des Tiroler Vertrages mit dem Land Tirol im Jahr 2005 haben die ÖBB rund 70 Millionen Euro in die Attraktivierung von Bahnhöfen und Haltestellen, der Technischen Sicherung von Eisenbahnkreuzungen, einer modernen Betriebsführung, einer Fahrzeitverkürzung durch Maßnahmen am Oberbau und Brücken sowie der Sicherheitstechnischen Nachrüstung von Tunnels investiert. Mit einer weiteren Investitionsmaßnahme hat die Außerfernbahn gerade ein Stück Tiroler Eisenbahngeschichte geschrieben. Mit der Fertigstellung der Oberleitungsanlagen auf dem 14.390 Meter langen Streckenabschnitt zwischen dem Bahnhof Reutte und der Staatsgrenze bei Schönbichl haben die ÖBB die Voraussetzung dafür geschaffen, dass alle 421 Kilometer des ÖBB-Streckennetzes in Tirol zu 100 % umweltfreundlich mit Bahnstrom befahren werden können. Der letzte Baustein im elektrischen ÖBB-Streckennetzpuzzle in Tirol wurde heute feierlich im Beisein von Landeshauptmann Stellvertreterin Ingrid Felipe, Vizebürgermeister Michael Steskal, Marktgemeinde Reutte stellvertretend für die Gemeinden der Außerfernbahn und Christian Wieser, Leiter Streckenmanagement und Anlagenentwicklung Region West, ÖBB-Infrastruktur AG, in Betrieb genommen.

Weitere wichtige Investitionsmaßnahmen auf der Außerfernbahn

Moderne Bahnhöfe und Haltestellen: Zehn Bahnhöfe und Haltestellen wurden im einheitlichen Design mit Wartekoje und erhöhtem Bahnsteig für den bequemen und barrierefreien Einstieg in die Nahverkehrszüge modernisiert. Konkret waren dies Vils, Vils Stadt und Musau im Jahr 2016, Ehrwald-Zugspitzbahn im Jahr 2014, Heiterwang-Plansee und Lähn im Jahr 2013, Reutte in Tirol im Jahr 2012, Lermoos im Jahr 2011 sowie Bichlbach-Berwang und Pflach im Jahr 2010.

Brücken und Entwässerungsdurchlässe: Entlang der Strecke wurden mehrere - teilweise über hundert Jahre alte - Brücken und Entwässerungsdurchlässe erneuert. Zudem wurden zum Schutz der Strecke Stützmauern erneuert und Hangsicherungsmaßnahmen durchgeführt.

Eisenbahnkreuzungen: Etliche Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke wurden mit neuer Technischer Sicherung ausgestattet oder aufgelassen und durch neue Wegverbindungen ersetzt. Durch die Verringerung der Anzahl der Eisenbahnkreuzungen sowie durch technische Sicherung der verbleibenden wird die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht.

Zugleitbetrieb: Durch Investitionen in die Betriebsführung mit Zugleitfunk sowie Investitionen in die Strecken und Bahnhofssicherung wurde im Jahr 2016 ein modernes und zeitgemäßes Betriebssystem errichtet. Die Zugsteuerung erfolgt seither vom Bahnhof Reutte in Tirol aus. Für einen schnellen und sicheren Austausch großer Datenmengen und moderner Kommunikation im Bahnbetrieb wurden entlang der gesamten Strecke neue Kabelwege und Zugfunkeinrichtungen errichtet.

Gleisanlagen: Auf der Außerfernbahnstrecke wurden seit dem Jahr 2017 zusätzlich zu den im Tiroler Vertrag vorgesehenen Investitionen Gleise und Unterbau entlang der Strecke erneuert. Auch in den nächsten Jahren investiert die ÖBB-Infrastruktur AG laufend in die Erhaltung der Gleise, damit die Züge sicher und pünktlich die Strecke befahren können.

Beitrag zu Verkehrsentlastung und Klimaschutz, Bekenntnis zur Strecke

Die ÖBB als das größte Klimaschutzunternehmen Österreichs ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Gemeinsam mit den Fahrgästen und Güterverkehrskunden werden der Umwelt jährlich rund 3,5 Mio. Tonnen CO2 erspart. Auch die Investitionen in die Außerfernbahn sind ein wichtiger Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz in unserem Land sowie ein eindeutiges Bekenntnis zur Bahnstrecke als wichtigem Ast der Mobilität im Bezirk Reutte. Darin sind sich alle Partner einig:

Ingrid Felipe, Landeshauptmann Stellvertreterin: "Wenn in umweltfreundliche Mobilität investiert wird wie hier am Beispiel der Außerfernbahn, freut mich dies als Mobilitäts- aber auch als Klimaschutzlandesrätin natürlich ganz besonders. Das Land Tirol und die ÖBB verbindet eine langjährige und gute Partnerschaft. Mit den laufenden Attraktivierungen der Außerfernbahn wird es uns letztendlich gelingen, noch mehr Menschen vom Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu überzeugen. Ich bin guter Dinge, dass bis zum Fahrplanwechsel 2021 die gesamte Strecke bis nach Pfronten elektrifiziert ist und für den Personenverkehr zwischen Bayern und Tirol freigegeben werden kann."

Michael Steskal, 1. Vizebürgermeister Marktgemeinde Reutte: "Verkehrsbelastung und Transit ist natürlich auch hier im Außerfern ein großes Thema. Eine der Mobilitätslösungen mit nachhaltiger Wirkung ist ganz klar die Bahn. Darum freut es mich als Vizebürgermeister der Marktgemeinde Reutte und Vertreter der Gemeinden entlang der Außerfernbahn, dass wir hier im Außerfern mit der Elektrifizierung des Streckenabschnittes zwischen dem Bahnhof Reutte und der Staatsgrenze bei Vils ein Stück Tiroler Eisenbahngeschichte schreiben können."

Christian Wieser, Leiter Streckenmanagement und Anlagenentwicklung Region West, ÖBB-Infrastruktur AG: "Den ÖBB als größtes Klimaschutzunternehmen in Österreich ist es natürlich ein großes Anliegen, ihre Bahnstrecken möglichst mit Strom zu betreiben, der inzwischen ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern kommt. Deshalb freut es uns ganz besonders, dass mit diesem Lückenschluss zwischen dem Bahnhof Reutte und der Staatsgrenze bei Vils das Streckennetz der ÖBB in Tirol zu 100 % elektrifiziert ist."

Rückfragehinweis für Medien

LHSTv.in Ingrid Felipe (rechts), ÖBB Infra Regionalleiter Christian Wieser (2.v.l.), Vzbgm. Michael Steskal (3.v.l) und Hans-Peter Böhner, Bayer. Staatsministerium

Dr. Christoph Gasser-Mair

Pressesprecher Tirol, Vorarlberg

ÖBB-Holding AG
Südtiroler Platz 7
6020 Innsbruck

Telefon +43 664 8417208

Christoph.Gasser-Mair@oebb.at

Für allgemeine Informationen oder Fahrgastinfos kontaktieren Sie bitte unser ÖBB Kundenservice +43 5 17 17 oder oebb.at/kontakt.

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Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.