13.12.2019

ÖBB: Übergabe von archäologischem Fundkomplex an Burgmuseum Deutschlandsberg

Die ÖBB haben im Rahmen der Bauarbeiten entlang der Koralmbahn, gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und archäologischen Landesstellen, zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt. Die Fundstücke wurden regelmäßig an die Landesmuseen übergeben. Dieser Tage findet die letzte große Übergabe auf steirischer Seite statt: dem Burgmuseum Deutschlandsberg werden 750 Kisten mit jeweils rund 200 Fundstücken übergeben.

Großbauprojekte wie die Koralmbahn leisten einen wichtigen Beitrag zur Landesgeschichtsforschung. Denn der Bau der Koralmbahn erfolgt auf historischem Boden. So gab es etwa im Lassnitztal einen archäologischen Sensationsfund: Eine Siedlungslandschaft aus der Römerzeit mit Plätzen, Gräbern und einer 26 Kilometer langen Römerstraße. Im weiteren Verlauf konnten mehr als 4.000 Funde aus der späteren Jungsteinzeit, Bronzezeit, Laténezeit, Römerzeit und dem frühen Mittelalter registriert werden. Die Funde reichten von Siedlungen und Grabbauten über Schmuck, Waffen und Werkzeuge. Teilweise brachten sie völlig neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte der Weststeiermark ans Tageslicht.

Burgmuseum Deutschlandsberg übernimmt 750 Kisten mit archäologischen Funden

Dauerhaft übergeben wird dieser Tage ein so genannter Fundkomplex aus dem Bereich zwischen Wettmannstätten und Deutschlandsberg. Dabei handelt es sich um rund 750 Kisten mit jeweils etwa 200 Fundstücken, etwa Haushaltsgegenstände, Schmuck und Waffen. Das entspricht etwa 60 m³ an archäologischen Funden. Highlight dieses Fundkomplexes ist ein großer Töpferofen aus der Laténezeit. Eine Replik davon soll künftig auch am neuen Bahnhof Weststeiermark zu sehen sein.
Es wird die letzte große Übergabe auf steirischer Seite von Funden entlang der Koralmbahn sein. Bereits in den Jahren zuvor wurde ein Fundkomplex dem Universalmuseum Joanneum in Graz übergeben.

Archäologische Funde im Lassnitztal und in Leibenfeld

Der Bahnbau erfordert bereits im Vorfeld der Bauarbeiten archäologische Erkundungen der Trasse. Es werden gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und den archäologischen Landesstellen sogenannte "Verdachtsflächen" definiert, wo archäologische Fundzonen vermutet werden. Rechtzeitig vor Baubeginn werden diese Verdachtsflächen untersucht, um historische Bodendenkmäler für die Nachwelt zu erhalten.

  • So waren im Lassnitztal schon vor 5.500 Jahren die Anhöhen von Bauern dauerhaft besetzt. Von der mittleren Bronzezeit bis in die frühe Urnenfeldzeit (1.600 bis 1.000 vor Christus) entstanden im Tal zahlreiche Gehöftgruppen und Dörfer - wie etwa Schönberg, Wohlsdorf oder Grub.
  • In Leibenfeld fanden Archäologen das erste nachgewiesene mittelbronzezeitliche Grabmonument in der Steiermark aus dem 15. bis 14. Jahrhundert vor Christus. Ein Grabhügel mit 23 Metern Durchmesser wurde penibel untersucht und offenbarte beispielsweise Gewandnadeln aus dieser Zeit. Zudem entdeckte man ein dichtes Netz aus früheren Wegen und Fahrspuren, die den Kreswald vom Leibenbach in Richtung Leibenfeld querten. Heute weiß man, dass diese Wege von der Bronzezeit bis in die frühe Neuzeit verwendet wurden. Auch die Koralpe wurde auf diese Weise überwunden.

Rückfragehinweis für Medien

Archäologische Funde

Mag. Rosanna Zernatto-Peschel, MAS

Pressesprecherin Kärnten, Osttirol, Steiermark, südl. Burgenland

ÖBB-Holding AG
Am Hauptbahnhof 2
1100 Wien

Telefon +43 1 93000 32233

rosanna.zernatto-peschel@oebb.at

Für allgemeine Informationen oder Fahrgastinfos kontaktieren Sie bitte unser ÖBB Kundenservice +43 5 17 17 oder oebb.at/kontakt.

ÖBB

ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.