16.01.2020

Bauprogramm 2020: Fokus auf Südstrecke und Schnellbahn

ÖBB Infrastruktur präsentiert Ausbau-Fahrplan für die Ostregion

2020 wird ein ereignisreiches Jahr - bezogen auf den Ausbau der Bahninfrastruktur in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB Infrastruktur, präsentierte heute die Planungs- und Bauschwerpunkte des noch jungen Jahres für die Ostregion. Dabei liegt der Fokus vor allem wieder auf dem Ausbau der Südstrecke. Sowohl Fernreisende als auch PendlerInnen aus dem Großraum Wien profitieren von den zahlreichen Maßnahmen.

Mit dem Neubau und der Sanierung von Bahnstrecken, Bahnhöfen und Tunnel, die wichtige Nadelöhre beseitigen, ermöglicht die ÖBB Infrastruktur langfristig klimafreundliche Mobilität von morgen, erläutert Franz Bauer das Ziel hinter den Maßnahmen. Um diese Ziele zu erreichen, investiert die ÖBB Infrastruktur heuer rund 670 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Schwerpunkt Südstrecke

Gemäß der Vision, noch mehr Menschen für die Bahn zu begeistern, liegt der Fokus beim Ausbau des österreichischen Schienennetzes seit einigen Jahren auf der neuen Südstrecke - so auch 2020.

Bei der Pottendorfer Linie starten heuer die Hauptarbeiten am zweiten Abschnitt Ebreichsdorf. Mit dem Projekt wird bis 2023 die viergleisige Südstrecke zwischen Wien und Wiener Neustadt Realität und tausende Pendlerinnen und Pendler kommen künftig noch bequemer aus und nach Wien.

Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Wien und Bratislava bis 2023 schafft eine rasche und sichere Zugverbindung zwischen zwei EU-Hauptstädten: Beim Ausbau von Wien - Bratislava werden 2020 die Arbeiten im niederösterreichischen Abschnitt fortgeführt. Neben dem Anfang 2020 fertiggestellten Bahnhof Raasdorf steht in diesem Jahr vor allem die Errichtung zahlreicher Unter- bzw. Überführungen im Fokus. Die Strecke Gänserndorf - Marchegg wird 2020 elektrifiziert.

Beim Semmering Basistunnel laufen 2020 die Bauarbeiten in allen Abschnitten auf Hochtouren weiter. Insgesamt wird an 14 Vortrieben gleichzeitig gearbeitet. Voraussichtlich im ersten Halbjahr ist es soweit: dann ist die Hälfte des Tunnels im Rohbau bereits gegraben. Der Semmering-Basistunnel ermöglicht ab 2027 eine Reisezeit von weniger als zwei Stunden zwischen Wien und Graz und macht Gütertransport auf der Strecke attraktiver.

Verbesserungen für Großraum Wien

Von den jährlich 250 Millionen Bahnkunden österreichweit sind rund zwei Drittel im Nahverkehr in der Ostregion unterwegs. Alleine in den Wiener Schnellbahnen sind es täglich knapp 600.000 Fahrgäste.

Daher arbeitet die ÖBB Infrastruktur auch 2020 mit Hochdruck an den Planungen des Nahverkehrsausbaus im Großraum Wien weiter: So soll etwa die Verbindungsbahn die Voraussetzungen für einen Viertelstundentakt zwischen Wien Hütteldorf und Wien Meidling schaffen. Mit dem Südstreckenausbau zwischen Meidling und Mödling ist ebenfalls eine Taktverdichtung geplant - im ersten Schritt zwischen Meidling und Liesing. Die Flughafenspange soll gemeinsam mit der Pottendorfer Linie eine bessere und schnellere Anbindung aus dem Süden bzw. Osten möglich machen.

Darüber hinaus laufen 2020 die Planungsarbeiten an der Modernisierung der Nordbahn zwischen Wien-Süßenbrunn und Bernhardsthal weiter.

Bahnhöfe als Visitenkarte

2020 werden in der Ostregion unter anderem die Bahnhöfe Gerasdorf, Böheimkirchen und die Haltestelle Neulengbach-Stadt fertiggestellt, ebenso wie der Umbau des Warteraums am Bahnhof Wien Meidling.

Natürlich fällt in diesem Jahr auch an mehreren Bahnhöfen wieder der Startschuss zu den Bauarbeiten. Dazu gehören unter anderem die Bahnhöfe Himberg, Kirchberg am Wagram, St. Andrä-Wördern, Ternitz, Ebreichsdorf und die Haltestelle Trautmannsdorf an der Leitha. Der Umbau des Bahnhofs Kirchstetten sowie die Erweiterung des Bahnhofs Praterstern (Polizeistation) werden ebenfalls 2020 weitergeführt.

Weitere Schwerpunkte 2020

In St. Pölten werden mit dem ÖBB Lehrlingsheim und dem ÖBB Bildungscampus moderne und innovative Ausbildungsstandards geschaffen: Im Jahr 2020 wird das Lehrlingsheim fertiggestellt und die Hochbauten beim Bildungscampus bis Ende des Jahres errichtet.

In der Ostregion erweitert die ÖBB Infrastruktur für ihre Kundinnen und Kunden auch heuer wieder das Angebot von Park&Ride-Anlagen: zum Beispiel in Schwechat, Traiskirchen, St. Valentin, Hetzmannsdorf/Wullersdorf, Purbach, Muckendorf-Wipfing oder Großweikersdorf. 2020 werden somit in der Ostregion rund 1500 neue P&R-Plätze sowie rund 1000 neue B&R-Plätze geschaffen. So machen die ÖBB den Umstieg vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr wieder ein Stück attraktiver.

Die ÖBB bauen ihre E-Ladeinfrastruktur weiter aus. Mit Anfang 2020 stehen den Kundinnen und Kunden der ÖBB rund 50 Standorte mit über 110 Ladepunkten österreichweit zur Verfügung, knapp die Hälfte davon in der Ostregion. Und es werden mehr: so werden 2020 in der Ostregion beispielsweise Ladestationen in Kritzendorf und St. Valentin errichtet.

Des Weiteren forciert die ÖBB Infrastruktur die Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen für einen sicheren, reibungslosen und umweltfreundlichen Schienenverkehr. Für mehr Sicherheit sorgt auch die Reduzierung der Eisenbahnkreuzungen im ÖBB-Streckennetz. Insgesamt 24 Eisenbahnkreuzungen werden 2020 reduziert, darunter z.B. in Ternitz, Lanzendorf, Trumau und Wampersdorf.

Gebündelte Arbeiten bei Streckensperren

Die Fahrgäste sicher und rasch an ihr Ziel zu bringen, ist das primäre Ziel der ÖBB. Zur Optimierung der Betriebsqualität werden auf der Strecke zwischen Stockerau und Retz umfangreiche Arbeiten auf der Nordwestbahn durchgeführt, weshalb es neben der Hauptsperre vom 18. Juli bis 7. September (zu Schulbeginn ist die Strecke wieder befahrbar) abschnittsweise zu kleineren Tagessperren kommt.

Auch auf der S-Bahnstrecke in Wien, die am meist befahrene Strecke Österreichs und ein wesentlicher Bestandteil des innerstädtischen Verkehrsnetzes, kommt es zu einer Gesamtsperre der Strecke für den öffentlichen Nahverkehr zwischen Wien Floridsdorf und dem Bahnhof Wien Praterstern. Von 5. bis 18. Juli werden die Brückenhölzer an der Nordbahnbrücke erneuert. Während der Gesamtsperre bieten die ÖBB einen Schienenersatzverkehr, mit dem die Fahrgäste an ihr gewünschtes Ziel kommen. Zusätzlich erkennen auch die Wiener Linien auf ausgewählten Strecken die Fahrscheine der ÖBB an.

Bei der Sanierung von Bahnstrecken achten wir in erster Linie darauf, starke Einschränkungen über mehrere Jahre hinweg zu vermeiden. Daher bündeln wir Maßnahmen und sanieren bedarfsweise ganze Streckenabschnitte - so auch entlang der Weststrecke: Von 18. Juli bis 4. September 2020 finden entlang der Weststrecke Arbeiten in den Bereichen Aschbach, Pöchlarn, St. Valentin, Lambach und Steindorf bei Straßwalchen bis Salzburg statt. Für die Bahnkundinnen und Bahnkunden bedeutet das teilweise Änderungen im Fernverkehr und auch teilweise Schienenersatzverkehr im Nahverkehr.

Auf der Strecke zwischen Ulmerfeld bis Waidhofen bzw. Kleinreifling wird es von 4. Juli bis 7. September ebenfalls zu Einschränkungen kommen, ebenso wie auf der Strecke St. Pölten Kaiserwald bis Hainfeld/Freiland von 4. Juli bis 7. September.

Über Einschränkungen werden die Kunden umfassend und zeitgerecht im Vorfeld informiert - unter anderem mit Durchsagen und Flyern in den Zügen sowie an den Bahnhöfen, Aushängen an den Bahnhöfen, im Internet unter www.oebb.at und beim Kundenservice unter 05-1717.

Rückfragehinweis für Medien

Juliane Pamme, MA

Pressesprecherin

ÖBB-Holding AG
Am Hauptbahnhof 2
1100 Wien

Telefon +43 1 93000 32233

juliane.pamme@oebb.at

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ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.