10.03.2020

Bahnhof Kirchberg am Wagram wird modernisiert

Barrierefreier Bahnhof bis Ende 2020; Gesamtinvestitionen 5,4 Millionen Euro

Der Bahnhof Kirchberg am Wagram an der Franz-Josefs-Bahn wird in diesem Jahr umfassend modernisiert und zu einer kundenfreundlichen und barrierefreien Verkehrsdrehscheibe umgebaut. Die ÖBB damit setzen wichtige Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Die Modernisierung erhöht nicht nur den Reisekomfort für die Fahrgäste, sondern hebt auch die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsmittel auf ein zeitgemäßes und attraktives Niveau. Durch die Erneuerung des Gleisbetts kommt es nach Abschluss der Maßnahmen zu deutlich weniger Erschütterungen beim Zugverkehr und damit zu einer reduzierten Lärmentwicklung. Die Arbeiten dauern zehn Monate und werden von März bis Dezember 2020 umgesetzt. Das Projekt ist ein Gemeinschaftsvorhaben von ÖBB, Land Niederösterreich und Marktgemeinde Kirchberg am Wagram und hat ein Investitionsvolumen von 5,4 Millionen Euro.

Kundenfreundlich und 100 Prozent barrierefrei

Derzeit ist am Bahnhof Kirchberg am Wagram der Bahnsteig 1 von der Park&Ride-Anlage sowie vom Ort aus barrierefrei erreichbar. Der Zugang zum Bahnsteig 2 erfolgt über einen Stiegenaufgang und den Personendurchgang jedoch nicht barrierefrei. Auch ein Blindenleitsystem ist nicht vorhanden. Ab Ende 2020 werden in Kirchberg aber die Voraussetzungen gegeben sein, ohne Hindernisse auf die umweltfreundliche Bahn umsteigen zu können. Mit der Schaffung der Barrierefreiheit im gesamten Bahnhof durch den Einbau von zwei Liften wird ein einfacher und unkomplizierter Zugang zum Zug ermöglicht und das Bahnfahren noch attraktiver. Einerseits natürlich generell für alle Bahnkunden, andererseits aber in noch größerem Ausmaß für die Kundengruppe der mobilitätseingeschränkten Personen, wie RollstuhlfahrerInnen oder auch für Fahrgäste mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck. Zusätzlich wird der Boden mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet. Dafür werden Steinplatten verlegt, in denen sich Vertiefungen befinden – so genannte Rillenplatten. Der Einbau erfolgt bündig mit der restlichen Fläche. Das Boden-Leitsystem ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhöhung der Sicherheit und erleichtert die Orientierung für blinde oder sehbehinderte Menschen am gesamten Bahnhof.

Umfangreiche Umbaumaßnahmen

Die bestehenden Bahnsteige, Stiegenanlagen und Einhausungen werden abgetragen. Zwei neue Randbahnsteige mit jeweils 220 Meter Länge und 55 Zentimeter Höhe errichtet. Auf der Nordseite wird das Bahnsteigdach an das Bahnhofsgebäude angepasst und vergrößert, damit auch die Bike&Ride-Anlage darunter Platz findet. Die Bahnsteige erhalten ein rund 40 Meter langes Dach und eine Glas-Wartekoje. Diese bietet einen deutlich verbesserten Schutz bei Wind, Regen oder Schneefall. Am bestehenden Personendurchgang werden zwei Aufzüge und neue Stiegenanlagen errichtet. Das südliche Portal des Personendurchgangs wird teilweise abgetragen und in die neue Aufzugs- und Stiegenanlage integriert.

Im Zuge der Maßnahmen am Bahnsteig und im Personendurchgang wird auch das Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes umgebaut. Der östliche Zubau wird aus betrieblicher Sicht nicht mehr benötigt und abgetragen. Außerdem wird eine umfassende Fassadensanierung inklusive Fenster- und Türentausch durchgeführt.

Für die Zeit der Umbauarbeiten ersuchen wir unsere Fahrgäste auf die aktuellen Wegeleitungen zu achten.

Projekt im Detail

  • Einbau von zwei Aufzugsanlagen am bestehenden Personendurchgang
  • Ausrüstung der Aufzüge mit Videoüberwachung und Notruf
  • Einbau Blindenleitsystem an den Randbahnsteigen
  • Errichtung von Bahnsteigdächern an den Randbahnsteigen
  • Umgestaltung der Stiegenaufgänge zu beiden Randbahnsteigen
  • Neue Infomonitore im Bereich der Bahnsteigzugänge
  • Neue Bahnsteigbeleuchtung und neue Beleuchtung im Personendurchgang
  • Umgestaltung des Erdgeschosses im Aufnahmegebäude (Warteraum, Technikräume)
  • Abtrag des Zubaus am Aufnahmegebäude
  • Abtrag und Neuerrichtung Oberleitung
  • Bauzeit: März bis Dezember 2020
  • Investitionsvolumen rd. 5,4 Mio. €

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro. Die ÖBB tragen davon 80%, das Land Niederösterreich 20%und die Marktgemeinde Kirchberg am Wagram übernimmt die Betreuung.