09.06.2020

Internationaler Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen

Seit dem Jahr 2000 wurde die Zahl der Eisenbahnkreuzungen österreichweit nahezu halbiert; ÖBB investieren hier jährlich rund 20 Mio. Euro in mehr Sicherheit; Erfolg zeigt sich in deutlich verringerten Unfallzahlen

Am kommenden Donnerstag, den 11. Juni, wird weltweit der „Internationale Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen“ begangen. In Österreich arbeiten daher der Bund, die Länder und die ÖBB kontinuierlich daran, niveaugleiche Eisenbahnkreuzungen zu reduzieren. Seit dem Jahr 2000 wurde die Zahl der Eisenbahnkreuzungen österreichweit nahezu halbiert. Dafür werden von den ÖBB jedes Jahr rund 20 Mio. Euro in die Hand genommen. Im langjährigen Schnitt gehen die Unfälle an Eisenbahnkreuzungen zwar deutlich zurück, trotzdem kam es im vergangen Jahr zu insgesamt 80 Unfällen.

Alle Eisenbahnkreuzungen sind gesichert, entweder technisch oder nicht technisch. Das heißt, dass es bundesweit keinen einzigen Bahnübergang im Streckennetz der ÖBB gibt, der nicht zumindest mit einem Andreaskreuz gesichert ist. Die häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung der StraßenverkehrsteilnehmerInnen. Auch Gewohnheit macht blind: Gerade ortsansässige Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren, sind besonders gefährdet. Ignorieren AutofahrerInnen Stopptafeln oder Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken an Eisenbahnkreuzungen, kann das dramatische Folge haben. Denn Züge können weder ausweichen, noch zeitgerecht vor einem unerwartet auftretenden Hindernis gebremst werden.

Maßnahmenbündel für mehr Sicherheit

Um mehr Sicherheit für die StraßenverkehrsteilnehmerInnen vor Eisenbahnkreuzungen zu gewährleisten, werden seitens der ÖBB verschiedene Maßnahmen gesetzt: Die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen, die technische Sicherung von Eisenbahnkreuzungen (d.h. eine Sicherung durch Lichtzeichenanlage mit oder ohne Schranken) sowie die Sensibilisierung vor den möglichen Gefahren.

Gab es im Jahr 2000 noch knapp über 6.000 Eisenbahnkreuzungen, so wurde die Anzahl mit derzeit 3.134 im österreichischen Netz der ÖBB nahezu halbiert. Davon sind mit 1.592 mehr technisch gesichert als nicht technisch gesichert (1.542). Zusätzlich werden auch technische Maßnahmen wie etwa Bodenmarkierungen oder der Einbau von Fahrbahnlichtern gesetzt, um die Aufmerksamkeit vor den Kreuzungen zu erhöhen.

In Wien gibt es derzeit noch 50 Eisenbahnkreuzungen. Von den bundesweit 80 Unfällen an Eisenbahnkreuzungen entfielen zwei auf die Bundeshauptstadt. Diese beiden Vorfälle sind an Eisenbahnkreuzungen geschehen, die mit einer Schrankenanlage gesichert sind. Dabei wurde insgesamt eine Person leicht verletzt.   

Verteilung von Informationsflyern „Sicherheit hat Vorrang“

Entscheidend ist das richtige Verhalten der VerkehrsteilnehmerInnen an Eisenbahnkreuzungen. Um darauf hinzuweisen, verteilen die ÖBB bundesweit den neuen Info-Flyer „Achtung Eisenbahnkreuzung - Sicherheit hat Vorrang“ an AutofahrerInnen.

Sensibilisierung für die möglichen Gefahren an Eisenbahnkreuzungen

In nahezu 99 Prozent der Fälle ist mangelnde Aufmerksamkeit der AutofahrerInnen die Unfallursache. Der Bremsweg hängt von Geschwindigkeit und Gewicht des Zuges ab. Im Vergleich mit einem Auto beträgt er bis zum Zehnfachen oder sogar darüber hinaus. Daher ist rechtzeitiges Bremsen für den Lokführer/die Lokführerin vor einem Hindernis meist nicht möglich.

Besonderes Augenmerk bei der Bewusstseinsbildung vor den Gefahren an Eisenbahnkreuzungen wird dabei auch auf Kinder und Jugendliche gelegt. So warnt die Sicherheitskampagne „pass auf dich auf“ vor möglichen Gefahren im Bahnverkehr. Speziell das richtige Verhalten bei Eisenbahnkreuzungen wird aktiv angesprochen. Zusätzlich finden Sicherheitsvorträge an rund 220 Schulen pro Jahr statt, damit werden ca. 22.000 SchülerInnen pro Jahr erreicht. www.passaufdichauf.at  

Was tun, wenn man vom Schranken eingesperrt wird?

Sollten AutolenkerInnen zwischen den Schranken eingesperrt werden, hilft nur noch Gas geben. Die Schrankenbäume sind so konstruiert, dass sie beim Durchfahren nachgeben. Manchmal kann das Auto den Schranken auch einfach hochdrücken. Nach dem Durchfahren des Schrankens muss der Schaden der Polizei und der Kfz-Versicherung gemeldet werden.

Mehr Informationen dazu unter: https://infrastruktur.oebb.at/eisenbahnkreuzungen

Rückfragehinweis für Medien

Internationaler Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen

Mag. Daniel Pinka, MAS

Pressesprecher Schwerpunkt: Wien, Sicherheit

ÖBB-Holding AG
Am Hauptbahnhof 2
1100 Wien

Telefon +43 1 93000 32233

daniel.pinka@oebb.at

Für allgemeine Informationen oder Fahrgastinfos kontaktieren Sie bitte unser ÖBB Kundenservice +43 5 17 17 oder oebb.at/kontakt.

ÖBB

ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.