02.07.2020

ÖBB: Hauptarbeiten für ÖBB-Ökostromzentrale im Ländle starten

Mit dem heutigen Spatenstich startet die Hauptbauphase der größten Umbauarbeiten seit dem, fast 100-jährigen Bestehen des Kraftwerks Spullersee. Dabei werden die Druckrohrleitungen komplett erneuert. Alle Arbeiten finden unter Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen im Hinblick auf COVID-19 statt.

Start der Hauptarbeiten für die ÖBB-Ökostromzentrale in Vorarlberg unter Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen im hochalpinen Gelände auf über 1.800 Meter Seehöhe. Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrat Johannes Rauch, ÖBB-Infrastruktur Vorstand Johann Pluy und die drei Bürgermeister der Standortgemeinden, Martin Burtscher, Dalaas, Ludwig Muxel, Lech und Florian Morscher, Klösterle, haben mit dem heutigen Spatenstich die Hauptbauphase der Arbeiten für den Umbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee gestartet. Das Kraftwerk wurde von den ÖBB in den Jahren 1919 bis 1925 als Bahnstromkraftwerk errichtet. Derzeit steht das Kraftwerk inmitten eines seiner größten Umbauvorhaben in seiner rund 100-jährigen Geschichte. Ziel der Arbeiten ist, auch künftig eine effiziente Erzeugung von umweltfreundlichem Bahnstrom für eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität sicherzustellen. Die Kosten für die Modernisierung des Kraftwerks Spullersee betragen rund 31 Millionen Euro. Die ÖBB sind bemüht, die notwendigen Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Arbeiten liegen im Zeitplan

Nach erfolgter Vergabe der Baulose im Jahr 2019, wurden wichtige Vorarbeiten für den jetzigen Start der Hauptarbeiten umgesetzt. Während der Wintermonate wurde der rund 480 Meter lange Zugangstunnel, als Teil des neuen Ausrüstungskonzeptes ausgebrochen. Zudem wurden in dieser Zeit die alten Absperrklappen beim Speichersee durch zwei neue Klappen ersetzt. Parallel dazu wurde seit März 2020 an der Steilrohrstrecke im Klostertal ein 8 Tonnen Kabelkran errichtet sowie die alte Werksseilbahn abgetragen und die alten Druckrohrleitungen zum Großteil rückgebaut. Im Zuge der heute gestarteten Hauptarbeiten werden das Stollenrohr am Speicher Spullersee und der Einbau der neuen, erdverlegten Stahldruckleitung am Dürren Berg umgesetzt. Der Ausbruch von COVID-19 hat auch die Arbeiten am Kraftwerk Spullersee vor neue Herausforderungen gestellt. Nach Bekanntwerden der Corona-Auswirkungen und Verkündung der Handlungsanweisung der Bau-Sozialpartner wurde der Baustellenbetrieb an die neuen Umstände angepasst. Dank der hohen Disziplin und Einsatzbereitschaft aller Beteiligen konnten bzw. können die Arbeiten im vorgesehenen Zeitrahmen durchgeführt werden.

Einig war man sich, dass die Modernisierung des ÖBB-Kraftwerks Spullersee einen Mehrwert in Bezug auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Energie darstellt:

Landeshauptmann Markus Wallner: „Die ÖBB investieren in die Revitalisierung des Kraftwerks Spullersee rund 31 Millionen Euro. Diese Investition stellt eine langfristige und umweltfreundliche Energiegewinnung für den Zugverkehr in Vorarlberg dar. Wichtig ist aber auch, dass von den getätigten Investitionen der ÖBB im Land größtenteils Betriebe aus der Region profitieren. Das kommt der heimischen Wirtschaft wieder zugute. Zudem leisten die ÖBB damit einen wichtigen Beitrag für die Energieautonomie in unserem Land. Mit der Energieautonomie Vorarlberg hat sich die Landesregierung eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung zum Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2050 sollen sich der Energieverbrauch und die Energieerzeugung aus heimischen erneuerbaren Energieträgern in Vorarlberg die Waage halten.“

Landesrat Johannes Rauch: „Nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität ist ein wesentlicher Beitrag zum Erreichen der Klimaziele und zur Energieautonomie. Gemeinsam mit unserem Partner ÖBB haben wir daher in den vergangenen Jahren das Angebot auf der Schiene und beim Bus stark ausgebaut. Mit der Modernisierung des Kraftwerks Spullersee sorgen die ÖBB dafür, dass die Züge auch künftig mit 100 Prozent österreichischer und erneuerbarer Energie über die Schienen rollen.“

ÖBB-Infrastruktur Vorstand Johann Pluy: „Als größtes Klimaschutzunternehmen Österreichs verstehen sich die ÖBB als Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Insgesamt betreiben wir in Österreich 10 Wasserkraftwerke sowie 7 Frequenzumformer. Zudem betreiben die ÖBB seit 2015 das weltweit erste 16,7-Hz-Bahnstrom-Solarkraftwerk im östlichen Niederösterreich und werden 2020 weitere Photovoltaikanlagen für die Stromversorgung der Bahn in Betrieb nehmen. Auch hier am Beispiel Kraftwerk Spullersee stellen wir unter Beweis, dass Klimaschutz unsere Kompetenz ist. Durch die Versorgung mit 100% grünem Bahnstrom aus erneuerbarer Energie sind wir, die ÖBB-Infrastruktur, eine der umweltfreundlichsten Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber in Europa.“

Bürgermeister Martin Burtscher (stellvertretend für alle Standortgemeinden): „Wenn wir künftig noch mehr Menschen zum Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn überzeugen wollen, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Die ÖBB zeigen mit der Modernisierung, des Kraftwerks Spullersee, dass sie es mit Klima- und Umweltschutz sehr ernst nehmen und Dinge auch in die Tat umsetzen. Zudem profitieren auch unsere drei Gemeinden von den hier getätigten Investitionen sowie den damit gesicherten Arbeitsplätzen in der Region.“

Rückschau auf die bisherigen Arbeiten

Anfang Jänner haben die ÖBB-Verantwortlichen den Speicher Spullersee kontrolliert bis auf den Restsee entleert. Im Rahmen dieser Seeentleerung wurde auch eine neue, seeseitige Apparatekammer ausgebrochen. Zudem wurden in den vergangenen Monaten wichtige maschinenbauliche Anlagen wie zwei neue notschlusstaugliche Absperrklappen eingebaut. Mit dem Start einer Zwischenbetriebsphase von Mai bis Juni 2020 wurde das Schmelzwasser im Einzugsgebiet des Speichers abgearbeitet. In dieser Zeit wurde das Kraftwerk vorübergehend mit der alten Druckrohrleitung betrieben. Zudem wurde zum Schutz der Arlbergbahnstrecke vor den Bauarbeiten bereits im Vorfeld im vergangenen Oktober eine Schutzeinhausung errichtet. Im Schutz dieser Einhausung wurden der neue Kabelkran errichtet, die alte Betriebsseilbahn abgetragen und der Abbau der alten Druckrohrleitungen vorgenommen.

Nächste Schritte im Bereich des Speichers

Mitte Juni wurden die Einlaufklappen geschlossen und mit den Arbeiten begonnen, das alte Stollenrohr aus dem Jahr 1924 auf der gesamten Länge von 1.826 Meter zu tauschen. Das Zeitfenster für die Umsetzung dieser Arbeiten ist bis zum Februar 2021. Das Stollenrohr und die Steilrohrleitung bilden den sogenannten Kraftabstieg, der einen wesentlichen Anlagenteil des Kraftwerks Spullersee darstellt.

Alte Druckrohrleitungen werden durch neues, erdverlegtes Stahldruckrohr ersetzt

Im Zuge der heute gestarteten Hauptarbeiten wird ein neues, 1.460 Meter langes, erdverlegtes Stahldruckrohr errichtet. Dieses Stahlrohr weist einen Durchmesser von 1.100 mm und Wanddicken bis zu 25 mm auf. Diese Arbeiten sind für die Spezialisten höchst herausfordernd, da die Arbeiten im bis zu 40° steilen, unzugänglichen Gelände durchgeführt werden müssen. Die Arbeiten an der Druckrohrleitung sollen bis Februar 2021 abgeschlossen sein. Im Anschluss daran geht das Kraftwerk Spullersee mit 36 Megawatt (MW) Ausbauleistung in den Probebetrieb.

Umfangreiche Kontroll- und Wartungsarbeiten im Kraftwerk Spullersee

Parallel zur baubedingten Abstellung des Kraftwerks werden umfangreiche Kontroll- und Wartungstätigkeiten im Kraftwerk Spullersee durchgeführt. Darunter fällt unter anderem auch die Inspektion der Generatoren, eine Erneuerung der Leittechnik und auch eine Erneuerung der mechanischen Turbinenregler. Nach Abschluss der Restarbeiten soll das Projekt im Jahr 2022 abgeschlossen sein.

100 Prozent österreichische erneuerbare Energie

Durch seine bauliche Auslegung ist das Kraftwerk in der Lage, gemeinsam mit dem Kraftwerk Braz, die Bahnstromversorgung in ganz Vorarlberg bei Bedarf sicherzustellen. Es kann Lastspitzen aus dem Bahnstromnetz ausregeln und es dient der Stabilität des ÖBB-Stromnetzes. Das Kraftwerk Spullersee produziert also nicht nur 100 % österreichische erneuerbare Energie, sondern fungiert auch als Motor für die regionale Wirtschaft. In der Region West (Tirol und Vorarlberg) betreiben die ÖBB neben Braz und Spullersee noch das Kraftwerk Fulpmes an der Ruetz im Stubaital. Diese drei Kraftwerke produzieren jährlich rund 220.000 Megawattstunden (MWh) Strom. Der Verbrauch der ÖBB in den beiden westlichsten Bundesländern liegt dem gegenüber bei rund 275.000 MWh, was dem Jahresverbrauch von ca. 55.000 Haushalten entspricht. Rund 80 Prozent der benötigten Energie für Westösterreich erzeugen die ÖBB in der Region selbst, der Rest wird von Partnerkraftwerken und von der ÖBB Kraftwerksgruppe Stubachtal bezogen.

Rückfragehinweis für Medien

Freuen sich über die starke Rolle Vorarlbergs bei der umweltfreundlichen Bahnstromerzeugung: LR Rauch, LH Wallner, VD Pluy und Bgm. Burtscher (v.l.)

Dr. Christoph Gasser-Mair

Pressesprecher Tirol, Vorarlberg

ÖBB-Holding AG
Südtiroler Platz 7
6020 Innsbruck

Telefon +43 664 8417208

Christoph.Gasser-Mair@oebb.at

Für allgemeine Informationen oder Fahrgastinfos kontaktieren Sie bitte unser ÖBB Kundenservice +43 5 17 17 oder oebb.at/kontakt.

ÖBB

ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.