22.10.2020

Pottendorfer Linie – Verkehrsfreigabe für Überführung an B16 in Wampersdorf

Überführung statt Eisenbahnkreuzung erhöht die Sicherheit auf Straße und Schiene und optimiert den Verkehrsfluss.

Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Kilometer langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Der Ausbau schafft die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr für tausende Pendlerinnen und Pendler südlich von Wien. Die Investitionssumme für das Projekt beläuft sich auf rund 638 Millionen Euro.

Neben den Arbeiten im unmittelbaren Gleisbereich erfolgt eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen. Die meisten dienen der Erhöhung der Sicherheit auf Straße und Schiene durch Auflassung von niveaugleichen Eisenbahnkreuzungen und Ersatz durch Unter- oder Überführungen. In Wampersdorf konnte die Überführung der B16 durch Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Hubert Hager gemeinsam mit den Bürgermeistern Wolfgang Kocevar, Ebreichsdorf, und Thomas Sabbata-Valteiner, Pottendorf, sowie dem Leiter des Straßendienstes des Landes NÖ, Josef Decker, für den Verkehr freigegeben werden. Die Errichtungskosten belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro und werden von den ÖBB getragen. Das Land Niederösterreich übernimmt die Anlagen inklusive Wartung, Erneuerung und Erhaltung in sein Eigentum.

Hubert Hager, Geschäftsbereichsleiter ÖBB-Infrastruktur AG: „Die ÖBB-Ausbaumaßnahmen entlang der Pottendorfer Linie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Straße und Schiene. So werden im Projektgebiet sämtliche Eisenbahnkreuzungen durch Unter- oder Überführungen ersetzt – ein Plus für die Sicherheit aller VerkehrsteilnehmerInnen. Mit dieser Überführung sind wir der räumlichen Trennung der Verkehrsträger Straße und Schiene wieder einen Schritt nähergekommen.“

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko: „Für das Land Niederösterreich ist die Sicherheit im Verkehr ein oberstes Gebot. Die neue Bahnüberführung trägt wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei und in der Vergangenheit entstandene Wartezeiten gehören der Vergangenheit an. Das beschleunigt den Verkehr und garantiert rascheres und sicheres Vorankommen.“

„Durch die Fertigstellung der neuen Überführung der B16 in Wampersdorf ist der erste Schritt zum vollständigen, zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie getan. Es müssen und werden in den nächsten Monaten noch zahlreiche weitere folgen. So werden parallel die Brücken über den Kalten Gang, die Piesting und auch die Fischa gebaut. All diese Maßnahmen dienen letztlich der Erhöhung unser aller Sicherheit und vor allem auch der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. 2023 wird Ebreichsdorf einer der wichtigsten Verkehrsknoten entlang der Südstrecke sein. Gut für die Umwelt, die Wirtschaft und viele BürgerInnen unserer Stadt“, freut sich Ebreichsdorfs Bürgermeister Wolfgang Kocevar.

"Ich freue mich, dass ein jahrzehntelanger Wunsch, die Überführung der B16 im Bereich der Pottendorfer Linie, endlich realisiert werden konnte. Diese Überführung stellt eine wesentliche Zeitersparnis und auch eine große Verkehrsentlastung für die umliegenden Orte dar. DANKE an die ÖBB und an das Land Niederösterreich für die Umsetzung", ergänzt Thomas Sabbata-Valteiner, Bürgermeister Pottendorf.

Neue Überführung mit Anhebung der B16

Die bestehende Eisenbahnkreuzung der B16 mit der Pottendorfer Linie wurde aufgelassen und durch eine ca. 55 Meter weiter nördlich gelegene Brücke im Gemeindegebiet von Wampersdorf ersetzt. Dafür musste die B16 in diesem Bereich angehoben werden. Der Straßenumbau begann bei der Zufahrtsstraße zum Erholungszentrum Weigelsdorf und endete bei der Anbindung des Bahnhofs Wampersdorf. Die Gesamtlänge beträgt somit ca. 675 Meter. Gemeinsam mit der neuen Überführung wurde an der Südseite der Straße auch ein baulich getrennter Gehweg miterrichtet und eine Bushaltestelle um 150 Meter Richtung Weigelsdorf verlegt. Bestehende Wegverbindungen wurden unter Berücksichtigung der durch die Anhebung entstehenden geänderten Anlagenverhältnisse und unter Verwendung der bestehenden Straße wiederhergestellt. Die Bauarbeiten dafür haben ein Jahr gedauert.

Zweigleisiger Ausbau der Pottendorfer Linie

Der Ausbau der Pottendorfer Linie zählt zu den Schlüsselprojekten an der Südstrecke. Bis 2023 entsteht eine durchgehend zweigleisige Verbindung zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt. Die Maßnahmen teilen sich in Etappen. Die erste davon startete 2016. Bis 2019 erhielten die Bahnhöfe Hennersdorf, Achau und Münchendorf ein attraktives, einladendes Erscheinungsbild und rundum barrierefreie Zugänge. Auf der Strecke zwischen der Wiener Stadtgrenze und Münchendorf wurde zum bestehenden Gleis ein zweites hinzugelegt. In der nächsten Phase erfolgt der zweigleisige Ausbau im Abschnitt Ebreichsdorf. Danach ist die Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt durchgehend zweigleisig ausgebaut und die Voraussetzung für eine Verdichtung des Zugangebots geschaffen. Zusätzlich sichern die Ausbaumaßnahmen auf Jahre hinaus Arbeitsplätze und daraus resultierend Wertschöpfung in der Region.

Baubeginn Hauptarbeiten: 2016
Bauende: 2023 Pottendorfer Linie; 2024 (inkl. Bf. Wampersdorf)

Fahrgastnutzen steht im Vordergrund

Im Zuge der Ausbaumaßnahmen wird der Bahnhof Ebreichsdorf in neuer Lage errichtet und der Bahnhof Wampersdorf modernisiert. Es entstehen barrierefreie, attraktive Verkehrsstationen mit witterungsgeschützten Bahnsteigen, transparenten Wartekojen, modernen Informationssystemen, Lautsprechern und Monitoren.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach Fertigstellung der Projekte eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

infrastruktur.oebb.at/suedstrecke

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ÜF Wampersdorf

DI Christopher Seif

Pressesprecher Wien, Niederösterreich, Burgenland

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Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.