24.11.2020

Eisenstadt: Eisenbahnkreuzung wird sicherer

Upgrade der Lichtzeichenanlage auf eine Schrankenanlage und Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit.

Im Rahmen eines Treffens haben das Land Burgenland, die Stadt Eisenstadt und die ÖBB die weiteren Schritte besprochen, die an jener Eisenbahnkreuzung in Eisenstadt umgesetzt werden können, an der vor kurzem zwei Menschen tödlich verunglückt sind.

Die bestehende Lichtzeichenanlage wird gemäß Bescheid im Rahmen der Möglichkeiten und Ressourcen bis spätestens 30.11.2022 in eine „Lichtzeichenanlage mit Schranken“ umgerüstet.

Als Sofortmaßnahme haben sich die Partner im Zuge eines gemeinsamen Vorgehens um einen möglichst raschen Bescheid zur Verbesserung der Lichtzeichenanlage bemüht. Dies soll mittels Lichter mit LED-Technologie zu einer verbesserten Sichtbarkeit führen. Diese Maßnahme wird auf Basis des vorliegenden Gutachtens und erlassenen Bescheides am 25.11.2020 umgesetzt, die Kosten tragen zu 100% die ÖBB.

Friedrich Janka, ÖBB-Infrastruktur AG: „Für die ÖBB ist die Sicherheit im Verkehr ein oberstes Gebot, weshalb wir österreichweit jährlich 25 Millionen in die Verbesserung der Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen investieren. Auch an diesem Bahnübergang in Eisenstadt setzen wir gemeinsam mit unseren Partnern Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.“

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner: „Mir war es wichtig, dass nach dem tragischen Unfall Ende September rasch gehandelt wird. Bei einem von mir initiierten ‚Runden Tisch‘ mit der Stadt Eisenstadt und der ÖBB wurden dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht und Sofortmaßnahmen beschlossen. Mit der Aufrüstung der Lichtzeichenanlage auf LED-Technik setzen wir nunmehr zügig einen ersten wichtigen Schritt, um die Sicherheit an der Eisenbahnkreuzung Eisbachstraße weiter zu erhöhen. In weiterer Folge soll es auch zur Errichtung einer Schrankenanlage kommen – denn größtmögliche Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität!“

Thomas Steiner, Bürgermeister Eisenstadt: „Für Eisenstadt ist die Sicherheit im Verkehr von ganz essentieller Bedeutung. Die Stadt wächst und täglich fahren tausende Konsumenten, Arbeits- und Schulpendler hinein und hinaus. Eine der letzten Gefahrenzonen - an dem leider schon einigen Menschen großes Unglück widerfahren ist – wird nun in Angriff genommen. Mit dieser neuen Lichtzeichenanlage wird der letzte unbeschrankte Bahnübergang entschärft. Das Ziel für die Stadt ist aber weiter klar: Wir wollen dort so rasch wie möglich eine Schrankenanlage.“

25 Millionen jährlich für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen

Pro Jahr investieren die ÖBB rund 25 Millionen Euro in die Verbesserung der Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen. Seit 2000 wurde die Zahl der Bahnübergänge nahezu halbiert – österreichweit von rund 6.100 auf rund 3.100. Wie in den letzten Jahren wird sich auch heuer zu Jahresende diese Zahl weiter verringert haben. Im Burgenland gibt es aktuell 107 Bahnübergänge im Streckennetz der ÖBB, von denen 80 technisch gesichert und 27 nicht technisch gesichert sind.

Unser Ziel als ÖBB ist es, gemeinsam mit Bund, Land und Gemeinden, niveaugleiche Bahnübergänge laufend zu reduzieren. Die Sicherheit im Verkehr ist oberstes Gebot. Bahnunter- und -überführungen tragen wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei, verhindern Wartezeiten im Bereich der Eisenbahnkreuzung und optimieren den Verkehrsfluss. Im Zuge der Investitionen werden neben Bahnunter- und -überführungen, Schrankenanlagen errichtet oder Lichtzeichen- und Rotüberwachungsanlagen installiert. Weitere Maßnahmen, die an Bahnübergängen gesetzt werden, sind auffällige Bodenmarkierungen oder Wechselverkehrszeichen im Annäherungsbereich zum nicht technisch gesicherten Bahnübergang.

Aufmerksamkeit an Eisenbahnkreuzungen

Die ÖBB sind auch hinsichtlich der Bewusstseinsbildung, insbesondere bei jugendlichen Verkehrsteilnehmern, sehr aktiv. Das geht von – in diesem Schuljahr virtuell angebotenen – Sicherheitsvorträgen in den Schulen über die Kooperation mit Fahrschulen bis zum Einsatz emotionaler Videos, die die Gefahr von Unachtsamkeit vor Eisenbahnkreuzungen teils drastisch vor Augen führen. Diese Initiativen sind wichtig, um die StraßenverkehrsteilnehmerInnen auf die Gefahren hinzuweisen und zu sensibilisieren, denn fast alle gefährlichen Situationen entstehen aufgrund eines falschen und oftmals unaufmerksamen Verhaltens und jeder Unfall in einer zu viel.

Art der Sicherung

Die Sicherungsart an einer Eisenbahnkreuzung wird durch die zuständige Eisenbahnbehörde bei einer Verhandlung vor Ort individuell festgelegt. Bei jedem Neubau, jeder Auflassung oder Änderung einer Eisenbahnkreuzung muss die Behörde auf Grundlage von Rahmenbedingungen eine für alle Partner verbindliche Entscheidung (= per Bescheid) treffen. Rahmenbedingungen sind zum Beispiel Frequenz und Geschwindigkeit auf Straße und Schiene, Sichtraum, örtliche Bedingungen (es kann beispielsweise nicht überall eine Unterführung gebaut werden), besonderer Individualverkehr (Schule, Kindergarten, etc.). Dieser Bescheid ist für alle beteiligten Partner verbindlich.

Rückfragehinweis für Medien

Rotlicht bei Eisenbahnkreuzung

DI Christopher Seif

Pressesprecher Wien, Niederösterreich, Burgenland

ÖBB-Holding AG
Bahnhofsplatz 1
3100 St. Pölten

Telefon +43 664 6170022

christopher.seif@oebb.at

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Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.