16.12.2020

Pottendorfer Linie: Infobox in Ebreichsdorf ab 17. Dezember 2020 geöffnet

Die „Infobox Pottendorfer Linie“ mit allen interessanten Zahlen, Daten und Fakten zum zweigleisigen Ausbau ist täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet.

Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Kilometer langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Der Ausbau schafft die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr für tausende Pendlerinnen und Pendler südlich von Wien. Die Investitionssumme für das Projekt beläuft sich auf rund 489 Millionen Euro.

Damit sich die Bevölkerung umfassend und transparent über dieses Projekt informieren kann, haben die ÖBB eine Infobox eingerichtet. In einer selbsterklärenden Ausstellung liefert die „Infobox Pottendorfer Linie“ alle interessanten Zahlen, Daten und Fakten zum zweigleisigen Ausbau auf verständliche und übersichtliche Weise. Die Infobox in Ebreichsdorf ist ab morgen, 17. Dezember 2020, täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet.

Nachhaltiges Bauen – ein Haus zieht um

Die „Infobox Pottendorfer Linie“ ist mit dem Projektmanagement und der örtlichen Bauaufsicht im ÖBB-Baubüro beim künftigen Bahnhof Ebreichsdorf untergebracht. Dieses Baubüro ist von 2016 bis 2020 bereits im Gemeindegebiet Achau in der Mitte des Bauabschnitts Hennersdorf – Münchendorf gestanden und wurde jetzt in den aktuellen Bauabschnitt nach Ebreichsdorf übersiedelt, wo es bis 2024 im Einsatz sein wird. Es handelt sich dabei um ein „wiederverwendbares“ Gebäude, ein Fertigteilbauwerk aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, welches einfach demontiert, leicht transportiert und rasch wieder aufgestellt werden kann. Der variable Modulaufbau ist gleich, wie jener bei einem Stahlcontainer, der üblicherweise als Baustelleneinrichtung genutzt wird. Die Vorteile der Holzvariante liegen vor allem in der optischen Aufwertung durch eine bessere Einfügung ins Ortsbild sowie in der Erzeugung eines besseren Raumklimas im Gebäude. Zudem wurde es mit Wertschöpfung in Österreich produziert. Eine weitere Nachnutzung ist in Planung.

Was die BesucherInnen in der Infobox erwartet

In der Infobox kann man schon jetzt das neue Erscheinungsbild des Bahnhofs Wampersdorf begutachten und sehen, wie sich der künftige Bahnhof Ebreichsdorf in die Umgebung einfügt. Neben dem Gesamtvorhaben „Zweigleisiger Ausbau der Pottendorfer Linie“ wird auch der Kontext, in dem das Projekt steht – die Pottendorfer Linie ist Teil des von der EU definierten Eisenbahn-Kernnetzes und zählt zu den Schlüsselprojekten der österreichischen Südstrecke - erklärt. Außerdem kann man archäologische Fundstücke wie Webgewichte oder Gewandnadeln, die bei Grabungen in Ebreichsdorf gefunden wurden, besichtigen. Und man erfährt, warum die ÖBB das größte Klimaschutzunternehmen Österreichs sind.

Zweigleisiger Ausbau der Pottendorfer Linie

Der Ausbau der Pottendorfer Linie zählt zu den Schlüsselprojekten an der Südstrecke. Bis 2023 entsteht eine durchgehend zweigleisige Verbindung zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt. Die Maßnahmen teilen sich in Etappen. Die erste davon startete 2016. Bis 2019 erhielten die Bahnhöfe Hennersdorf, Achau und Münchendorf ein attraktives, einladendes Erscheinungsbild und rundum barrierefreie Zugänge. Auf der Strecke zwischen der Wiener Stadtgrenze und Münchendorf wurde zum bestehenden Gleis ein zweites hinzugelegt. In der nächsten Phase erfolgt der zweigleisige Ausbau im Abschnitt Ebreichsdorf. Auch im Wiener Bereich wird bis 2023 auf einem rund 700 Meter langen Abschnitt in Altmannsdorf noch ein zweites Gleis hinzugelegt. Danach ist die Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt durchgehend zweigleisig ausgebaut und die Voraussetzung für eine Verdichtung des Zugangebots geschaffen. Zusätzlich sichern die Ausbaumaßnahmen auf Jahre hinaus Arbeitsplätze und daraus resultierend Wertschöpfung in der Region.

Baubeginn Hauptarbeiten: 2016
Bauende: 2023 Pottendorfer Linie; 2024 (inkl. Bf. Wampersdorf)

Fahrgastnutzen steht im Vordergrund

Im Zuge der Ausbaumaßnahmen wird der Bahnhof Ebreichsdorf in neuer Lage errichtet und der Bahnhof Wampersdorf modernisiert. Es entstehen barrierefreie, attraktive Verkehrsstationen mit witterungsgeschützten Bahnsteigen, transparenten Wartekojen, modernen Informationssystemen, Lautsprechern und Monitoren.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach Fertigstellung der Projekte eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

infrastruktur.oebb.at/suedstrecke