30.04.2021

Pottendorfer Linie: Unterführung B60 in Ebreichsdorf für den Verkehr freigegeben

Der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie steigert nicht nur die Kapazitäten im Zugverkehr. Unter- oder Überführungen anstelle sämtlicher Eisenbahnkreuzungen sorgen für ein enormes Plus an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf Straße und Schiene.

Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Kilometer langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Der Ausbau schafft ab Ende 2023 die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr für tausende Pendlerinnen und Pendler südlich von Wien. Die Investitionssumme für das Projekt beläuft sich auf rund 489 Millionen Euro.

Neben den Arbeiten im unmittelbaren Gleisbereich erfolgt auch eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen. Die meisten dienen der Erhöhung der Sicherheit auf Straße und Schiene durch Auflassung von Eisenbahnkreuzungen und Ersatz durch Unter- oder Überführungen. In Ebreichsdorf wurde in einem Bereich, wo ein ganz neuer Trassenverlauf entsteht, eine neue Unterführung errichtet. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Unterführung von Hubert Hager, Geschäftsbereichsleiter Neu- und Ausbau ÖBB-Infrastruktur AG, der Abgeordneten zum Österreichischen Nationalrat, Carmen Jeitler-Cincelli und dem stellvertretenden Leiter des NÖ-Straßendienstes, Rainer Irschik, gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Kocevar offiziell für den Verkehr freigegeben werden. Die Errichtungskosten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro und werden von den ÖBB getragen.

Hubert Hager, Geschäftsbereichsleiter Neu- und Ausbau ÖBB-Infrastruktur AG: „Im Zuge der ÖBB-Ausbaumaßnahmen entlang der Pottendorfer Linie werden im Projektgebiet sämtliche Eisenbahnkreuzungen durch Unter- oder Überführungen ersetzt. Dadurch erreichen wir eine räumliche Trennung der Verkehrsträger Straße und Schiene und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.“

NAbg. Carmen Jeitler-Cincelli vertrat bei der Verkehrsfreigabe Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. Sie betont die Bedeutung der Pottendorfer Linie und der begleitenden Maßnahmen: „Die verbesserte Anbindung vom Südosten Niederösterreichs an das Schienennetz soll zu einer deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen führen. Gleichzeitig wird mit dem Bau der Unter- und Überführungen entlang der Strecke die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen erhöht. Das sind die richtigen Schritte auf dem Weg in die Zukunft.“

Bürgermeister Wolfgang Kocevar: „Die umfangreichen Arbeiten beim Ausbau der Pottendorfer Linie sind nicht zu übersehen und schreiten stetig voran. Ich freue mich, dass ein weiteres wichtiges Teilprojekt erfolgreich abgeschlossen ist. Die Unter- und Überführungen und somit die Auflassungen der herkömmlichen Bahnschrankanlagen dienen langfristig der Sicherheit der Ebreichsdorfer Bürgerinnen und Bürger, verkürzen die Fahrzeit und bringen allen mehr Lebensqualität. Jeder Bahnübergang weniger ist ein Beitrag, um Unfälle zu vermeiden. So blicken wir den weiteren Bauabschnitten erfreut entgegen.“

Neue Unterführung durch geänderten Verlauf der Trasse

In einem Bereich, wo täglich rund 10.700 KFZ pro Tag unterwegs sind, querte die B60 die Pottendorfer Linie bisher mittels beschrankter Eisenbahnkreuzung ein paar hundert Meter weiter in Richtung Ortszentrum – direkt neben der Haltestelle Weigelsdorf. Im Zuge des Ausbaus der Pottendorfer Linie wird im Gemeindegebiet von Ebreichsdorf eine neue Trasse gebaut, weshalb durch die neue Lage eine Querungsmöglichkeit der B60 in Form einer Unterführung geschaffen wurde. Um die neue Trasse der Pottendorfer Linie niveaufrei queren zu können, wurde die B60 zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf abgesenkt und ein sogenanntes Wannenbauwerk errichtet. Der Umbaubereich weist eine Länge von ca. 450m auf.  Der bestehende Begleitweg südlich der B60 wird als Geh- und Radweg lagemäßig an die Straßenneutrassierung angepasst und baulich getrennt unterführt. Des Weiteren wird eine neue, zwischen L150 und B60 verlaufende Verbindungsstraße (Bahnhofszufahrt) an die B60 angebunden. Dies hat zur Folge, dass ein neuer Linksabbiegestreifen von der B60 zur neuen Verbindungsstraße errichtet werden muss.

Technische Daten zur Unterführung B60:

Eisenbahntragwerk:
Tragwerksbreite mit Randbalken – 12,94 m
Stützweite – 16,86 m
Lichte Weite – 13,35 m
Tragwerkslänge (in Gleisachse) – 18,35 m

Wannenbauwerk:
Wannenlänge – 127,0 m
Wannenbreite – zwischen 10,0 m und 10,4 m
Lichte Weite (ohne Mauerkrone) – 9,0 m
Gesamtlänge in der Straßenachse: 470,7 m neue Straße
Fahrbahnbreite: 7,5 m (mit Seitenstreifen, ohne Bankett). 3,25 m je Fahrstreife

Der Geh- und Radweg wird Ende Mai 2021 in Betrieb genommen.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach Fertigstellung der Projekte eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

infrastruktur.oebb.at/suedstrecke

 

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DI Christopher Seif

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Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2020 insgesamt 287 Millionen Fahrgäste und über 95 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit rund 97 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von über drei Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen knapp 42.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich bis zu 1,3 Millionen Reisende und rund 1.300 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.