22.06.2021

Pottendorfer Linie: Weitere Attraktivierung ab 2024

Die Bahnstrecke wird bis Ende 2023 durchgehend zweigleisig ausgebaut. Ab 2024 entsteht eine neue Gleisverbindung zwischen Neufeld und Pottendorf. Der Bahnhof Ebenfurth wird neu errichtet, die Haltestelle Pottendorf-Landegg modernisiert.

Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Kilometer langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Der Ausbau schafft die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr für tausende Pendler:innen südlich von Wien. Bis Ende 2023 ist die durchgehende Zweigleisigkeit hergestellt. 2024 folgt noch die Fertigstellung der Modernisierung des Bahnhofs Wampersdorf. Zeitgleich startet ein weiteres Bündel an Baumaßnahmen, das den Streckenabschnitt zwischen Wampersdorf und Ebenfurth attraktiviert:

  • Neuerrichtung des Bahnhofs Ebenfurth in neuer Lage
  • Modernisierung der Haltestelle Pottendorf-Landegg
  • Errichtung einer Gleisverbindung zwischen Pottendorf und Neufeld, um umsteigefrei und ohne Wartezeit in Ebenfurth aus dem Burgenland nach Wien pendeln zu können (bezeichnet als „Schleife Ebenfurth“)
  • Das ermöglicht einen Abtrag der bestehenden Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Ebenfurth und Neufeld im Ortsgebiet von Ebenfurth und damit auch den Wegfall von drei Eisenbahnkreuzungen

Von der Straße auf die Schiene

Die oben genannten Maßnahmen sind Puzzlesteine des großen Ganzen. Übergeordnetes Ziel ist es, für Pendler:innen aus dem Burgenland schnellere Verbindungen nach Wien zu schaffen. Insbesondere die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt braucht eine attraktive Zugverbindung, die gegenüber dem Auto konkurrenzfähig, also etwa gleich schnell, ist. Das soll für burgenländische Pendler:innen einen Anreiz zum Umstieg auf die Bahn bieten. Dafür erforderlich ist der Bau der Schleife Ebenfurth mit den oben genannten Maßnahmen, die Möglichkeit einer umsteigefreien Verbindung im nördlichen Burgenland und der durchgehende zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie, der bereits läuft.

Neuer, moderner Bahnhof für Ebenfurth

Der Bahnhof Ebenfurth wird neu errichtet und rundum barrierefrei gestaltet. Der Zugang wird ca. 150 Meter in Richtung Haschendorf versetzt, wo bereits jetzt die beiden Umfahrungsgleise des Bahnhofs liegen. Teil des Vorhabens sind auch eine großzügige Park&Ride-Anlage, Bike&Ride-Stellplätze und die Errichtung von Lärmschutzwänden. Der bestehende Bahnhof Ebenfurth könnte aufgelassen werden, ebenso wie die Strecke zwischen dem Bahnhof Ebenfurth und dem Bahnhof Neufeld. Das ermöglicht den Wegfall der Eisenbahnkreuzungen „Alleestraße“, „Rathausstraße“ und „Schießstättenstraße“. Somit würden neuralgische Punkte im Straßennetz verschwinden. Das bringt mehr Sicherheit für Straße und Schiene. Ebenfurth wäre nicht mehr durch eine Bahnstrecke durchschnitten.

Lärmschutz für Pottendorf

Die Anlagen der Pottendorfer Linie werden im Ortsgebiet von Pottendorf saniert, der Lärmschutz wird erneuert und umfassend auf das gesamte Ortsgebiet ausgedehnt. Die Haltestelle Pottendorf-Landegg wird komplett modernisiert und barrierefrei gestaltet.

Zeitersparnis für burgenländische Penlder:innen

Pendler:innen aus Neufeld, Hornstein oder Steinbrunn profitieren von einer Fahrzeitverkürzung – einerseits, weil Züge auf der Pottendorfer Linie künftig zwischen Ebenfurth und Wien mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sein werden, und andererseits entfällt die fünf- bis sechsminütige Stehzeit im Bahnhof Ebenfurth. Die Züge aus dem Burgenland fahren künftig von Neufeld direkt weiter nach Pottendorf und umfahren das Gemeindegebiet von Ebenfurth. Das erhöht die Attraktivität des Bahnhofs Neufeld als neuen Ein-/Aussteigepunkt.

Aktueller Stand

Im Moment laufen die Planungen insbesondere betreffend Trassenauswahl der Schleife zwischen Neufeld und Pottendorf („Schleife Ebenfurth“).

Dafür gibt es einen möglichen Trassenbereich (Untersuchungsraum), in dem verschiedene Linienführungen möglich sind. Die seitens der ÖBB favorisierte Trasse liegt in diesem Untersuchungsraum, und wird im Vergleich mit anderen möglichen Linienführungen hinsichtlich Auswirkungen auf Mensch und Natur geprüft. Diese Untersuchung einschließlich Alternativenprüfung wird im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eines Naturschutzverfahrens voraussichtlich im Zeitraum 2022/2023 abgewickelt.

Mit einem Baubeginn ist frühestens 2023 zu rechnen. Hauptarbeiten starten voraussichtlich 2024. Als Bauende ist derzeit 2029 geplant.

Die Umsetzung der Baumaßnahmen erfordert intensiven Austausch mit den Ländern Niederösterreich und Burgenland, den Gemeinden, Anrainer:innen, Grundeigentümer:innen, den Wasserverbänden und der Raaberbahn. Voraussetzung für eine bauliche Umsetzung ist der positive Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung sowie des Naturschutzverfahrens.

Optimierung Wiener Neustadt Hauptbahnhof

Voraussichtlich ab 2024 starten am Wiener Neustädter Hauptbahnhof umfangreiche Baumaßnahmen, die den Verkehr auf der Pottendorfer Linie zeitweilig beeinflussen werden. Um das Einfahren in den Bahnhof bzw. das Ausfahren vom Bahnhof und damit den Zugverkehr auf der immer stärker frequentierten Südstrecke effizienter gestalten zu können, wird der Ein-/Ausfahrtsbereich um ein Gleis verbreitert. Auch zu diesem Projekt läuft im heurigen Jahr die Planung der Umweltverträglichkeitsprüfung, die voraussichtlich 2022 durchgeführt wird.

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach Fertigstellung der Projekte eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

infrastruktur.oebb.at/suedstrecke

Rückfragehinweis für Medien

DI Christopher Seif

Pressesprecher Wien, Niederösterreich, Burgenland

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Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2020 insgesamt 287 Millionen Fahrgäste und über 95 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit rund 97 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von über drei Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen knapp 42.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich bis zu 1,3 Millionen Reisende und rund 1.300 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.