02.07.2021

Baustart für B54-Bahnunterführung in Wiener Neustadt fixiert

Die Arbeiten beginnen im Frühjahr 2022, die Verkehrsfreigabe erfolgt Mitte 2024, die Gesamtfertigstellung 2025. Die Investitionssumme beläuft sich auf 19 Millionen Euro.

In Wiener Neustadt beginnen im Frühjahr 2022 die Arbeiten zur Errichtung der neuen Bahnunterführung, wo die B54 die Trasse der Mattersburger und der Aspangbahn kreuzt. Der Bahnübergang wird in einem gemeinschaftlichen Projekt der ÖBB mit dem Land Niederösterreich und der Stadt aufgelassen und durch eine Unterführung ersetzt. Durch diese neue, niveaufreie Bahnquerung mit der B54 wird der Verkehrsfluss optimiert und die Sicherheit erhöht. Damit einher geht die Auflassung der Eisenbahnkreuzung mit der Frohsdorfer Straße (L148) und der Gymelsdorfergasse, beide ebenfalls an der Mattersburger/Aspang Bahn gelegen. Sie weichen Geh- und Radwegunterführungen. Ebenfalls wegfallen werden die Eisenbahnkreuzungen an der Badener Straße (Kreuzung mit der Pottendorfer Linie) und der Südbahngasse, die direkt an der Südstrecke liegen. Investiert werden insgesamt 19 Millionen Euro. Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko haben gemeinsam mit Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger das Vorhaben präsentiert

Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG: „Die größtmögliche Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer:innen zu gewährleisten, ist unser oberstes, gemeinsames Ziel. Ein Teil dieser Eisenbahnkreuzungen befindet sich nicht nur auf der Südachse des ÖBB-Kernnetzes, sondern auch auf dem Baltisch-Adriatischen Kernnetzkorridor der Europäischen Union. Aufgrund der maßgeblichen Bedeutung dieser Bahnstrecke auch im internationalen Kontext ist sowohl aus strategischer Sicht als auch zur Erhöhung der Sicherheit eine Reduktion von Eisenbahnkreuzungen auf diesem Streckenabschnitt sehr wichtig und weiter zu forcieren. Mit der Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels werden die Verkehre zudem weiter beschleunigt und attraktiviert und eine Kapazitätssteigerung im Personen- und Güterverkehr möglich. Mit der Auflassung all dieser Eisenbahnkreuzungen gelingt somit ein wichtiger Schritt zur Erfüllung der strategischen Vorgaben und Sicherstellung der zukünftigen Entwicklung.“

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko: „Stadt, Land und ÖBB haben sich auf ein Millionen-Projekt geeinigt. Ein Projekt, das drei Vorteile in sich vereint: Wir können die Verkehrssicherheit steigern, das Bahnangebot verbessern und den BürgerInnen aus der Stadt und der Region, egal ob im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß, Wartezeiten ersparen. Die Zahlen sprechen für sich: An dieser Eisenbahnkreuzung mit der B54 sind in der Vergangenheit täglich in etwa 12.500 Autos auf ca. 500 Züge getroffen. Das Land Niederösterreich trägt für die jetzigen Verbesserungen 35% bzw. 6,7 Millionen Euro der Gesamtkosten des Projekts.“

Bürgermeister Klaus Schneeberger: „Nach jahrelanger Planung ist es nun endlich soweit – wir können den Menschen in der Stadt und der Region diesen Meilenstein der Verkehrspolitik präsentieren! Damit hat für tausende Verkehrsteilnehmer:innen, vor allem aber auch für die Einsatzfahrzeuge und alle Wirtschaftstreibenden das tägliche Warten vor dem Schranken schon bald ein Ende. Zu guter Letzt schaffen wir damit auch eine Entlastung der Umwelt, die durch die Abgase während der Staus vorm Schranken massiv belastet war. Dies alles konnte nur gelingen, weil die Stadt Wiener Neustadt, das Land NÖ und die ÖBB wieder einmal perfekt zusammengearbeitet haben!“

Mehr Sicherheit auf Schiene und Straße

Im Rahmen dieses Projekts wird nicht nur die Eisenbahnkreuzung an der B54 durch eine Unterführung ersetzt. Die Vertragspartner haben sich auch darauf geeinigt, dass gleichzeitig die Bahnübergänge Gymelsdorfergasse, Frohsdorfer Straße, Badener Straße und Südbahngasse aufgelassen werden. Dadurch wird die Sicherheit erheblich erhöht und das Risiko eines Unfalls zwischen Bahn und Straßenverkehrsteilnehmer:innen gebannt. Zusätzlich zu diesem großen Sicherheitsgewinn werden die Maßnahmen auch den Verkehrsfluss für die Autofahrer:innen verbessern, da die vor allem auf der Südstrecke aufgrund der hohen Zugfrequenz notwendigen, langen Schrankenschließzeiten an den betroffenen Eisenbahnkreuzungen im Stadtgebiet und die damit verbundenen Wartezeiten für den Idividualverkehr entfallen. Außerdem werden von der Fahrbahn getrennte Geh- und Radwege errichtet.

Projektumfang, Projektziele, Zeitplan

Die ersten Maßnahmen im Rahmen der Errichtung der neuen Bahnunterführung B54 werden Straßenbautätigkeiten sein, die im Frühjahr des nächsten Jahres beginnen. Voraussichtlich im Juni 2024 werden die Arbeiten an der Unterführung B54 abgeschlossen, die beiden Geh- und Radwegunterführungen Gymelsdorfergasse und Frohsdorferstraße werden voraussichtlich Ende 2024 für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtfertigstellung ist 2025 vorgesehen.          

Aulassung von zwei Eisenbahnkreuzungen mit Landesstraßen:

  • B54 Günser Straße: Ersatz durch Straßenunterführung (Eisenbahnbrücke über die B54), neue Anbindung der Aspanger Zeile an die Gemeindestraße Grandlgasse sowie Anbindung an die JET-Tankstelle
  • L148 Frohsdorfer Straße: Verlegung der L148 mit Anbindung an die B54 und Errichtung einer Geh- und Radwegunterführung

Auflassung von vier Eisenbahnkreuzungen mit Gemeindestraßen:

  • Gymelsdorfergasse: Ersatz durch Errichtung einer Geh- und Radwegunterführung
  • Badener Straße: ersatzlose Auflassung
  • Südbahngasse: 2 Eisenbahnkreuzungen, Adaptierungen des bestehenden Straßennetzes erforderlich

Zeitplan:

  • Eisenbahnkreuzung B54: Sperre der Eisenbahnkreuzung von voraussichtl. März 2023 bis Juni 2024, Umleitung erforderlich, Auflassung März 2023 (mit Beginn der Umleitung), Verkehrsfreigabe Juni 2024
  • Eisenbahnkreuzung Frohsdorfer Straße: Verkehrsfreigabe voraussichtl. Ende 2024
  • Eisenbahnkreuzung Gymelsdorfergasse: Verkehrsfreigabe voraussichtl. Ende 2024
  • Eisenbahnkreuzung Badener Straße: Auflassung Ende 2023
  • Eisenbahnkreuzung Südbahngasse: Auflassung Oktober 2025

Projektziele:

  • Erhöhung der Sicherheit durch Auflassung stark befahrener Eisenbahnkreuzungen als neuralgische Punkte im Verkehrsnetz
  • Entfall von eventuellen anlagenbedingten Störungen (Sicherungsanlagen)
  • Entfall von Wartezeiten an geschlossenen Schranken/Verkehrsflussbeschleunigung
  • Verringerung der Schadstoffemissionen und Lärmentwicklung, welche durch das Anfahren bzw. Halten der Straßenverkehrsteilnehmer beim geschlossen Schranken entstehen (ökologischer Aspekt)

Kosten und Finanzierung

Das Projekt wird von den ÖBB in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich und der Stadt Wiener Neustadt umgesetzt. Investiert werden 19 Millionen Euro, von denen die ÖBB 40 Prozent tragen, das Land Niederösterreich übernimmt 35 Prozent der Kosten und die Stadt 25 Prozent.

Rückfragehinweis für Medien

DI Christopher Seif

Pressesprecher Wien, Niederösterreich, Burgenland

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