14.07.2021

Bahnausbau im Unterland: Bescheid zur Umweltverträglichkeit liegt vor

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie hat den ÖBB per Bescheid die Umweltverträglichkeit für den Ausbau der neuen Bahntrasse zwischen Schaftenau und Radfeld bestätigt. Damit wurde ein weiterer Meilenstein für die Genehmigung des Projektes erreicht. Das Projekt stellt die Basis für noch mehr klimafreundlichen Personen- und Güterverkehr dar.

Seit dem Jahr 2016 haben die Projektteams der ÖBB mit Hochdruck für den zweiten Abschnitt der neuen Unterinntalbahn zwischen Schaftenau und Radfeld geplant. Vor allem ökologische Bestandsaufnahmen, Erkundungsbohrungen, Untersuchungen zu Baulogistik und dem zukünftigen Bahnbetrieb, die Beschreibung der Streckenführung und weitere Planungstätigkeiten haben dabei eine große Rolle gespielt und mehrere Jahre in Anspruch genommen. Der jeweilige aktuelle Planungsstand wurde der Bevölkerung wiederkehrend in den Gemeinden vorgestellt. Aus den Rückmeldungen konnten zahlreiche Anpassungen des Projekts erfolgreich verhandelt bzw. eingearbeitet werden. Dieser Prozess wurde durch Vertreter:innen der Region in einem eigens dafür eingerichteten „Regionalforum“ begleitet.

Dokumente wurden in den Gemeinden zur Einsichtnahme aufgelegt

Im August 2019 haben die ÖBB die sogenannte Umweltverträglichkeitserklärung beim dafür zuständigen Ministerium eingereicht. Die Unterlagen wurden im Frühjahr 2020 noch einmal aktualisiert. Die Umweltverträglichkeitserklärung beinhaltet neben einer umfassenden Projektbeschreibung auch Angaben zu Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen. Alle eingereichten Dokumente wurden durch Edikt bekannt gemacht und in den Gemeinden zur Einsichtnahme aufgelegt. Ein von der Behörde beauftragtes Sachverständigengremium hat sämtliche Angaben begutachtet. In einer öffentlichen Verhandlung wurden die eingereichten Unterlagen nochmals diskutiert und einer detaillierten Prüfung unterzogen.

Eisenbahnrechtliche Genehmigung als nächster Schritt

Mit dem nun vorliegenden positiven Bescheid startet eine neue Phase der Planungstätigkeit für die rund 20 Kilometer lange Eisenbahn-Neubaustrecke zwischen Schaftenau und Radfeld. Als nächster Verfahrensschritt folgt die eisenbahnrechtliche Genehmigung. Für diesen Schritt sind Planunterlagen gefordert, die das Gesamtprojekt im Detail beschreiben. Die ÖBB rechnen hier mit einer rund zweijährigen Verfahrensdauer und streben weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Anrainer:innen des Projektes an. So sind die Vortriebsarbeiten an einem Rohbaustollen ab dem Jahr 2023 und die Hauptbaumaßnahmen sind ab dem Jahr 2025 möglich. Im Rahmen der interaktiven Ausstellung „Erlebnisbahnsteig“ am Hauptbahnhof Wörgl, präsentieren die ÖBB das Projekt zum Bahnausbau Schaftenau – Radfeld. Interessierte können sich täglich von 09:00 bis 19:00 Uhr bei freiem Eintritt darüber informieren.

Neue Bahnstrecke erfüllt höchste Qualitätsansprüche

Der geplante Abschnitt zwischen Schaftenau und Radfeld ist Teil des Nordzulaufs zum Brenner Basistunnel (BBT). Die Ziele sind dabei noch mehr Kapazität auf der Schiene und zusätzlicher Komfort für Bahnreisende. Die neue Strecke wird dabei höchsten Qualitätsansprüchen gerecht. Durch das großzügige Kapazitätsangebot erfüllt der Zulauf zum Brenner Basistunnel künftig alle Anforderungen an eine moderne Eisenbahn Hochleistungsstrecke. Die Vorteile für die Reisenden und die Wirtschaft überwiegen ebenfalls klar. Raschere Zugverbindungen, verbessertes Reiseangebot in Tirol, mehr Kapazitäten im Güterverkehr, Entlastung der bestehenden Unterinntalbahn und gute Anbindung an europäische Wirtschaftszentren machen die umweltfreundliche Bahn noch attraktiver.

Chronologie des bisherigen Planungsprozesses:

Jahr 2008: erste öffentliche Informationsveranstaltungen
Jahr 2009: Trassenauswahl
Jahr 2016: Start der Vorarbeiten für die Umweltverträglichkeitsprüfung
Jahr 2019: Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung beim zuständigen Ministerium
Jahr 2020: Aktualisierung von Projektdetails und öffentliche mündliche Verhandlung
Jahr 2021: Erhalt des Bescheides zur Umweltverträglichkeitsprüfung

Zahlen – Daten – Fakten zum Bahnprojekt neuer Abschnitt Schaftenau - Radfeld

  • 20,4 Kilometer Neubaustrecke, davon 14,4 Kilometer Strecke als zweigleisige Tunnels und 1,98 Kilometer in Wannen / Errichtung einer neuen Haltestelle in Langkampfen
  • Maximale Zuglänge – 750 Meter
  • Maximales Zuggewicht – 1.600 Tonnen
  • Maximale Geschwindigkeit – 230 km/h

Rückfragehinweis für Medien

Dr. Christoph Gasser-Mair

Pressesprecher Tirol, Vorarlberg

ÖBB-Holding AG
Südtiroler Platz 7
6020 Innsbruck

Telefon +43 664 8417208

Christoph.Gasser-Mair@oebb.at

Für allgemeine Informationen oder Fahrgastinfos kontaktieren Sie bitte unser ÖBB Kundenservice +43 5 17 17 oder oebb.at/kontakt.

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Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2020 insgesamt 287 Millionen Fahrgäste und über 95 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit rund 97 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von über drei Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen knapp 42.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich bis zu 1,3 Millionen Reisende und rund 1.300 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.