26. August 2017

Sperre der Rheintalbahn: Schulterschluss der großen Europäischen Eisenbahnen

Enge Zusammenarbeit im Güterverkehr von Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich im Güterverkehr – Einsatz von zusätzlichen Loks und Lokführern

Europäischer Schulterschluss der großen Eisenbahnen: Die Chefs der deutschen, schweizerischen, österreichischen und französischen Bahnen haben eine enge Kooperation vereinbart, um die Auswirkungen der Rheintalsperrung auf den Schienengüterverkehr möglichst gering zu halten. Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass die Strecke erst am 7. Oktober wieder in Betrieb genommen werden kann, verständigten sich die Deutsche Bahn (DB), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie die Société Nationale des Chemins de Fer (SNCF) bis Ende der Woche auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um die traditionell nach dem Ferienende zunehmenden Güterverkehre bewältigen zu können. So wurde beispielsweise vereinbart, gemeinsam zusätzliche Loks und Lokführer bereit zu stellen und die Regelungen im grenzüberschreitenden Verkehr zu vereinfachen.

„Unser gemeinsames Ziel ist es den Schienengüterverkehr als Rückgrat der europäischen Wirtschaft in Fluss zu halten und die Auswirkungen für unsere Kunden zu minimieren. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an Lösungen um den Warentransport in Europa sicherzustellen“ so Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB Holding.

Die vier Bahnen wollen gemeinsam zusätzliche Lokführer und Loks für die Korridore über Frankreich und Österreich bereitstellen. Darüber hinaus ist geplant, Sprachvorgaben für den deutsch-französischen Grenzübertritt zeitlich befristet zu ändern, so dass auch deutschsprachige Lokführer bestimmte Strecken fahren können. Um die Fahrt von Deutschland in die Schweiz weiter zu erleichtern, soll zwischen Kornwestheim und Zürich ein Shuttleverkehr für Güterzüge eingerichtet werden.

Zudem haben die vier Bahnchefs Dr. Richard Lutz (DB), Andreas Meyer (SBB), Andreas Matthä (ÖBB) und Guillaume Pepy (SNCF) verabredet, sich regelmäßig eng abzustimmen und zu prüfen, ob die Maßnahmen greifen oder bei Bedarf weitere Schritte folgen müssen.
Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Achsen im Schienengüterverkehr mit täglich bis zu 200 Güterzügen. Ein großer Teil der Züge kann über Strecken durch Deutschland, Österreich und Frankreich umgeleitet werden. Entsprechende Trassenangebote haben die beteiligten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen kurze Zeit nach der Sperrung ausgearbeitet. Derzeit können die Korridore über Frankreich und Österreich jedoch noch nicht vollständig genutzt werden, da noch nicht ausreichend Loks und Lokführer mit entsprechender Strecken- und Sprachkenntnis zur Verfügung stehen. Mit den jetzt vereinbarten Maßnahmen wird dies deutlich verbessert.

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