24. Mai 2018

ÖBB: Koralmbahn - Eine Innovation für Naturschutz. Die Wildbrücke Aich wurde fertiggestellt

Erstmals wurde eine Betonschale von 300 Tonnen mit einem darunterliegenden Luftkissen aufgeblasen. Dieses neue, ressourcenschonende Bauverfahren wurd bei der Wildbrücke Aich im Waldgebiet Dobrowa angewendet.

Im ökologisch bedeutsamen Waldgebiet der Dobrowa garantieren zwei Brücken und ein Durchlass, dass Wildtiere die Bahntrasse sowie die parallel geführten Straßen gefahrlos queren können. Bei einer dieser Brücken wurde ein neues Bauverfahren angewendet, das gemeinsam mit dem Institut für Tragkonstruktionen an der Technischen Universität (TU) Wien entwickelt wurde. Im Juli 2017 begannen die Arbeiten an der Betonkuppel der Wildbrücke Aich. Eine 10 cm dicke Betonplatte wurde mit einem Luftkissen aufgeblasen. Anschließend erhielt die Kuppel eine Aufbetonschicht und wurde an den Portalen ausgeschnitten.

Durch die Verwendung dieses innovativen Verfahrens konnten für die Errichtung der Wildbrücke - im Vergleich zur Errichtung der Brücke als Rahmentragwerk - 1.300 t CO2 Äquivalente eingespart werden. Mit dieser Einsparung an CO2 könnte ein vollbesetzter Railjet rund 5 mal die Erde umrunden.

CO₂-Fußabdruck verkleinert

"Mit dieser Bauweise können wir rund 50 Prozent des Betons und 65 Prozent des benötigten Bewehrungsstahls einsparen. Wir benötigen also deutlich weniger Beton, Baustahl, Schalung und Rüstung sowie in der Folge auch weniger Baustellentransporte - das ist nicht nur innovativ, sondern auch sehr ressourcenschonend", beschreibt Koralmbahn Projektleiter Gerald Zwittnig das Verfahren.

Zur Baumethode

Die Methode funktioniert einfach - ein Luftpolster statt komplizierter Stützkonstruktionen. Dabei wird eine speziell geformte, ausgehärtete Betonplatte durch einen darunter liegenden Luftpolster aufgeblasen. Binnen weniger Stunden krümmtsich so der Beton zu einer stabilen Schale. Diese Sonderbaumethode nennt sich "Pneumatisches Verformen von ausgehärtetem Beton". Ist die ursprünglich ebene Platte ausreichend dünn und es wird eine geeignete Bewehrung gewählt, so lässt sich Beton einfach biegen. Für den Brückenbau kam diese Methode weltweit zum ersten Mal zum Einsatz.

Der Weg vom 3-D Modell zur Koralmbahn-Wildbrücke dauerte knapp zwei Jahre. Nach positiven Laborversuchen im Frühjahr 2016, überprüften die Techniker im nächsten Schritt die Praxistauglichkeit der Konstruktion, bevor die eigentliche Errichtung der Wildbrücke beginnen konnte. Im Rahmen eines Großversuchs im Maßstab 1:2 wurde im Frühjahr 2017 eine rund 24 m lange und 18 m breite Probeschale am Gelände der zukünftigen Haltestelle Wiederndorf-Aich errichtet. Das optisch besondere Bauwerk wird in Zukunft von der Gemeinde z.B. als Veranstaltungsort genutzt.

Koralmbahn als Teil der neuen Südstrecke

Die 130 Kilometer lange Koralmbahn ist Teil des Baltisch Adriatischen Korridors und ist ein wichtiges Bindeglied auf dieser neuen Südstrecke. Die Neubaustrecke wird nicht nur die Landeshauptstädte Klagenfurt und Graz auf kürzestem Wege verbinden, sondern auch im Europäischen Sinn eine wichtige Hochleistungsverbindung darstellen.

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Ing. Christoph Posch

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