27. Februar 2020

ÖBB investieren 460 Mio. Euro in das steirische Schienennetz

Im Jahr 2020 werden wieder zahlreiche Bauvorhaben der ÖBB Infrastruktur in der Steiermark realisiert. Neben Erhaltungsarbeiten im bestehenden steirischen Schienennetz stehen die Großbauvorhaben entlang der neuen Südstrecke im Fokus. Das Highlight wird dabei der Durchschlag der zweiten Tunnelröhre des Koralmtunnels im ersten Halbjahr 2020 sein. Darüber hinaus werden die Bahnhofsoffensive und der Ausbau der Park&Ride-Anlagen fortgesetzt. Die Lehrwerkstätte Knittelfeld wird heuer fertiggestellt.

Insgesamt 750 Schienenkilometer, 123 Bahnhöfe und Haltestellen sowie rund 8.481 PKW- und 7.825 Zweirad-Stellplätze gibt es derzeit in der Steiermark. Der Trend zum Bahnfahren ist ungebrochen, daher investieren die ÖBB kontinuierlich in die Attraktivierung und Modernisierung des steirischen Schienennetzes. Von den insgesamt 460 Mio. Euro entfallen rund 370 Mio. EUR auf Neu- und Ausbauinvestitionen. Etwa 90 Mio. werden für Park&Ride-Anlagen, Lärmschutz- sowie Instandhaltungsmaßnahmen investiert. Im Finanzierungszeitraum 2018 - 2023 sind es insgesamt 2,75 Milliarden Euro, die in der Steiermark investiert werden. Mit diesen Investitionen stellen die ÖBB die Weichen für eine moderne, umweltfreundliche Bahnzukunft für die Steirerinnen und Steirer.

Herzstück Südstrecke

Auch 2020 steht die neue Südstrecke im Fokus der Baumaßnahmen in der Steiermark. Klaus Schneider, Projektleiter und Gesamtkoordinator der Koralmbahn: "Die Südstrecke ist eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte Österreichs, von dem die Steiermark stark profitieren wird: 200 km Bahnlinie werden modernisiert, 170 km neu gebaut. Für Fahrgäste wird es mit der Fertigstellung der Koralmbahn Ende 2025 möglich sein, mit dem Zug in nur 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt zu reisen und Millionen von Gütern werden klimafreundlicher, schneller und günstiger ans Ziel kommen." Von Kärntner Seite aus arbeitet sich die letzte verbliebene Tunnelbohrmaschine "KORA" im Dreischichtbetrieb am letzten Kilometer bis zum zweiten Durchschlag vor. Auf steirischer Seite hingegen läuft bereits die Innenauskleidung auf Hochtouren, rund 40 Prozent der Innenschale des Tunnels ist bereits fertig gestellt. Mit dem Durchschlag der zweiten Röhre ist der knapp 33km lange Koralmtunnel dann zur Gänze gegraben und ab diesem Zeitpunkt sind alle Tunnelbauwerke entlang der Koralmbahn im Vortrieb fertig.

Auf steirischer Seite starten beim Koralmbahn-Abschnitt Graz-Weitendorf im Frühjahr und im Herbst weitere Baulose. Der 19 km lange Abschnitt besteht aus mehreren Teilbereichen: Dazu gehören der viergleisige Ausbau im Grazer Bereich sowie eine Neubaustrecke zwischen der A2 und Weitendorf - inklusive Anbindung an den Terminal Süd (Cargo Center Graz). Der erste Abschnitt des viergleisigen Ausbaus zwischen Graz Don Bosco und Puntigam wird bereits Mitte 2020 in Betrieb genommen. Die Bauzeit für den zweiten Abschnitt zwischen Puntigam und Feldkirchen-Seiersberg ist von 2021- 2023 vorgesehen. Mit den Bauarbeiten an der Neubaustrecke starten 2020 auch die Arbeiten an der 3,2 Kilometer langen Unterflurtrasse. Züge tauchen hier künftig südlich der A2 Querung ab, fahren unter der B67 vorbei am Flughafen und kommen bei Zettling wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise wird ein Höchstmaß an Umwelt- und Lärmschutz erreicht. Die Fertigstellung ist gemeinsam mit der Gesamtfertigstellung der Koralmbahn vorgesehen.

Beim Semmering-Basistunnel laufen auch 2020 die Bauarbeiten in allen Abschnitten auf Hochtouren weiter, insgesamt wird derzeit an 14 Vortrieben gearbeitet. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 ist es soweit: dann ist die Hälfte des Tunnels gegraben. Der Semmering-Basistunnel ermöglicht den Reisenden zwischen Wien und Graz nach Fertigstellung eine Fahrzeitverkürzung von 30 Minuten und macht Gütertransport auf der Strecke attraktiver. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Bahnhofsoffensive geht weiter

Die ÖBB investieren weiter in die bestehenden Bahnhofsgebäude und sorgen so für einen moderneren und freundlicheren Empfang für Bahnkunden. Der Bahnhof Frohnleiten wurde von 2016 bis 2019 komplett umgebaut. Jetzt steht den Bahnkunden ein völlig neuer, moderner Bahnhof zur Verfügung - barrierefrei, hell und einladend. Der Bahnhofsausbau war der erste große Modernisierungsschritt auf der Strecke Bruck-Graz.

Intensiv gebaut wird am Bahnhof Kapfenberg, der bis Sommer 2020 barrierefrei umgebaut und rundum erneuert sein wird. 2019 wurde das alte Bahnhofsgebäude abgetragen und ein neues Technikgebäude in Betrieb genommen. Der Rohbau des neuen Verbindungsdurchgangs wurde fertiggestellt und der neue Inselbahnsteig in Betrieb genommen - das alles bei laufendem Betrieb was einen enormen logistischen Aufwand bedeutete.

Der Umbau des Bahnhofs Fehring ist ebenfalls voll im Gange und wird 2021 abgeschlossen. 2019 wurde der neue Mittelbahnsteig fertiggestellt, der 2021 als Inselbahnsteig voll barrierefrei mit Aufzugsanlagen für die Fahrgäste zur Verfügung stehen wird. Im Jahr 2020 werden am Vorplatz des Bahnhofs Arbeiten durchgeführt, die die Verlegung der Bushaltestelle um ein paar Meter und den temporären Verlust von P&R-Plätzen mit sich bringen. Eine wichtige Umfahrung von Fehring zur Entlastung zweier Ortsteile wurde 2019 im Spätsommer abgeschlossen. Teil der neuen Verbindung zur L207 ist eine Überfahrtsbrücke über die steirische Ostbahn östlich des Bahnhofs Fehring. Auch der Bahnhof Bad Mitterndorf sowie die Haltestelle Bad Mitterndorf Heilbrunn werden 2020 modernisiert und barrierefrei umgebaut. Damit setzen die ÖBB auch das Investitionsprogramm auf der Salzkammerbahn und der steirischen Ostbahn fort, um das gesamte Streckennetz noch kundenfreundlicher zu machen.

Park&Ride-Anlagen

Neben dem Ausbau des Schienennetzes und der Modernisierung der Bahnhöfe ist der Neu- und Ausbau von Park&Ride-Anlagen für die ÖBB von großer Bedeutung. Die Kombinationen Bahn und Auto oder Bahn und Fahrrad sind beliebt wie nie zuvor. Ziel ist es, den Kundinnen und Kunden den Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn so komfortabel wie möglich zu machen. 2019 wurden die neue Anlage in Frohnleiten mit 186 P&R und 166 Bike & Ride-Plätzen fertiggestellt. Außerdem wurden die Erweiterungen in Stübing, mit 50 zusätzlichen P&R-Plätzen, und in Studenzen, mit 30 P&R und 20 Bike&Ride-Plätzen, abgeschlossen. Am Bahnhof Kapfenberg entstehen bis Sommer dieses Jahres zusätzlich 100 Park&Ride-Plätze sowie 150 neue Bike&Ride-Plätze. Heuer sind zudem noch Erweiterungen in Kindberg (20 P&R/30 B&R) und die B&R-Erweiterung Judenburg (20) sowie die Umgestaltung der Haltestelle in Allerheiligen-Mürzhofen (dann stehen 15 P&R/25 B&R zur Verfügung) geplant.

Neue Lehrwerkstatt Knittelfeld

Um die Lehrlingsausbildung in der Steiermark langfristig zu sichern, wird in Knittelfeld seit Mitte 2019 eine neue, moderne Lehrwerkstätte für ca. 200 Lehrlinge errichtet. Der zweigeschossige Neubau bietet künftig zahlreiche Lehrräume und eine große Montagehalle mit Werkstätten. Die Lehrwerkstatt geht mit Schulbeginn, im September 2020, in Betrieb. Ab dann werden in Knittelfeld fast 50 Prozent mehr Lehrlinge ausgebildet.

Streckensperren

Folgende Streckensperren werden 2020 im Rahmen der Bautätigkeiten notwendig sein:

  • 30.03.-26.04. Spielfeld - Radkersburg
  • 06.04.-13.04. Studenzen - Staatsgrenze (steirische Ostbahn)
  • 18.04.-20.04. Bischofshofen - Stainach
  • 04.07.-03.08. Werndorf - Wettmannstätten
  • 04.09.-13.09. Ostbahnhof Graz - Gleisdorf (steirische Ostbahn)

Rückfragehinweis für Medien

Rosanna Zernatto-Peschel

Mag. Rosanna Zernatto-Peschel, MAS

Pressesprecherin Kärnten, Osttirol, Steiermark, südl. Burgenland

ÖBB-Holding AG
Am Hauptbahnhof 2
1100 Wien

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Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 474 Millionen Fahrgäste und 113 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2018 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von rund zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem der Zukunft. Konzernweit 41.641 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlingen sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.